Schauspielerin Elisabeth Wicki-Endriss stirbt im Alter von 82 Jahren in München

Im Geiste von Bernhard Wickis antifaschistischer und pazifistischer Haltung formte Elisabeth Wicki-Endriss nach dem Tod der Regielegende den Friedenspreis des Deutschen Films.
Adrian Prechtel
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Regisseur und Schauspieler Bernhard Wicki und die Schauspielerin Elisabeth Endriss im Jahr 1994, ein Jahr vor ihrer Hochzeit.
Regisseur und Schauspieler Bernhard Wicki und die Schauspielerin Elisabeth Endriss im Jahr 1994, ein Jahr vor ihrer Hochzeit. © Istvan Bajzat/dpa

Wie eine Löwin hat sie nach dem Tod ihres Ehemannes für die Erinnerung an ihn gekämpft: Bereits im Todesjahr 2000 entstand der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds, dessen Vorsitzende sie war. Und der stiftet seit 2001 jährlich den "Friedenspreis des Deutschen Films" - benannt nach Bernhard Wickis packenden, pazifistischen Film von 1959: "Die Brücke". Jetzt ist, kurz nach der 25. Verleihung im Juni und nur wenige Tage nach ihrem 82. Geburtstag, Elisabeth Wicki-Endriss vergangenen Donnerstag in ihrer Wohnung in München Laim gestorben, wie jetzt bekannt wurde.

Elisabeth Endriss hatte Bernhard Wicki 1977 kennengelernt und spielte in dessen Romanverfilmungen "Sansibar oder der letzte Grund" nach Alfred Andersch und "Das Spinnennetz" nach Joseph Roth mit. Erst 1995 heiratete sie den 25 Jahre älteren Bernhard Wicki nach Jahren einer Ménage à trois mit dessen vorheriger Ehefrau und Schauspielerin Agnes Fink, die 1994 gestorben war.

Simon Verhoeven ( Regiepreis) und Elisabeth Wicki-Endriss, nach der Preisverleihung des Friedenspreises „Die Brücke“ 2017.
Simon Verhoeven ( Regiepreis) und Elisabeth Wicki-Endriss, nach der Preisverleihung des Friedenspreises „Die Brücke“ 2017. © Ursula Düren/dpa

2007 veröffentliche Elisabeth Wicki-Endriss ihren Dokumentarfilm über ihren 2000 verstorbenen Mann, der auch Fotograf und selbst Schauspieler war: "Verstörung - und eine Art von Poesie".

Im Geiste von dessen konsequent antifaschistischer und pazifistischer Haltung formte Elisabeth Wicki-Endriss den Friedenspreis des Deutschen Films zu einer glamourösen Preisverleihung, die sich immer durch inhaltliche Tiefe und oftmalige Erschütterung des Publikums durch die prämierten Werke deutlich von anderen Gesellschaftsereignissen abhob.

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