"Peppermint - Angel of Vengeance": Mein ist die Rache

Jennifer Garner spielt in "Peppermint – Angel of Vengeance" eine klassische, saudumme Männerrolle.
| Florian Koch
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Riley North (Jennifer Garner) hat eine blutige Mission.
Universum Riley North (Jennifer Garner) hat eine blutige Mission.

Ein einsamer Chevrolet, die Fenster verdreckt. Der Schlitten wackelt leicht, es wird gestöhnt. Beginnt "Peppermint – Angel of Vengeance" etwa mit einer Sexszene? Harter Schnitt: Im Auto wird auf engstem Raum gekämpft, auf Leben und Tod, Mann gegen Frau. Am Ende ist es nicht Riley North (Jennifer Garner), die "zur Hölle fährt".

Es ist eine Szene, mit der Regisseur Pierre Morel ein Zeichen setzen will. Der Franzose, der einst Liam Neeson in "96 Hours" so erfolgreich als Racheengel einsetzte, wagt hier den Rollentausch. Nun ist es also eine Frau, die Selbstjustiz als letztes Mittel sieht, wenn die Justiz versagt.

Rachefeldzug auf Klischee-Latinos

Die hat nämlich aus Mangel an handfesten Beweisen drei Gangmitglieder auf freien Fuß gesetzt. Drei ganzkörpertätowierte Klischee-Latinos, die Rileys kleine Tochter und ihren Mann bei einem gemeinsamen Kirmesausflug vom Auto aus erschossen hatten. Fünf Jahre später nun ihre Rückkehr nach Los Angeles, schwer bewaffnet, traumatisiert – und auf Rachefeldzug.

Im Gegensatz zu vielen ähnlich problematischen Reißern klammert Morel diese Zeit des Exils, des Trainings, des Einschwörens auf das eine Ziel völlig aus. Die eher ratlosen Polizisten rücken in den Mittelpunkt und stolpern, als sich die Gangmitglieder-Leichen türmen, auch über Rileys Fall.

Jennifer Garner: Der weibliche Terminator

Garner, die durchaus überzeugend in die Actionszene zurückkehrt, spielt diese selbstbestimmte, aber entmenschlichte Antiheldin als weiblichen Terminator.

Morel hinterfragt ihre Mordlust, aber auch ihre Rolle als weibliches Pendant zu Neeson & Co. kaum. Er zelebriert Riley lieber in schnörkellos inszenierten, brutalen Schießereien als im Armenviertel lebenden Wüterich, der eine Vergangenheit, aber keine Zukunft mehr hat. Das ist selbst für ein simples B-Picture einfach zu wenig, um einen großen Kinostart zu rechtfertigen.


Kino: Mathäser (auch OV), R: Pierre Morel (USA, 96 Min.)

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