"Peaky Blinders: The Immortal Man": Die Rückkehr des Königs

Die Peaky Blinders sind zurück. Die aus der gleichnamigen Serie bekannten Gangster aus Birmingham dürfen dieses Mal in einem Netflix-Film ihr Unwesen treiben. Doch ihr legendärer Anführer Tommy Shelby hat sich zurückgezogen, stattdessen hat sein Sohn Duke das Sagen. Wird der König entthront?
(jom/spot) |
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Cillian Murphy (re.) und Barry Keoghan glänzen in "Peaky Blinders: The Immortal Man".
Cillian Murphy (re.) und Barry Keoghan glänzen in "Peaky Blinders: The Immortal Man". © ROBERT VIGLASKY/Netflix

Cillian Murphy (49) schlüpft erneut in seine legendäre Rolle als Gangsterboss Tommy Shelby. Nach sechs Staffeln "Peaky Blinders - Gangs of Birmingham" (2013-2022) können sich Netflix-Nutzer ab 20. März über eine Filmfortsetzung der Serie freuen. Dabei kommt es nicht nur zum Wiedersehen mit vertrauten Gesichtern.

Die Spuren der Serie

Der Film knüpft an das Serienende an. In der sechsten Staffel hatte ein Arzt dem Shelby-Oberhaupt bescheinigt, dass er ein Tuberkulom habe und sterben werde, doch der Arzt wurde von einem Feind bestochen. Tommy, der mit seinem Leben bereits abgeschlossen hatte, erkennt den Betrug und will den Arzt töten, entscheidet sich aber dagegen. Im Film hat sich der ergraute Tommy mittlerweile aufs Land zurückgezogen und kämpft nach seinen gescheiterten Beziehungen einsam und alleine mit seinen inneren Dämonen und den Geistern seiner Vergangenheit. Der Tod seiner Tochter Ruby lässt den vom Ersten Weltkrieg immer noch gezeichneten Veteranen nicht los und auch das bittere Ende seines mittlerweile verstorbenen Bruders Arthur plagt ihn.

Währenddessen hat in seinem Königreich sein unehelicher Sohn Duke das jetzt noch blutigere Zepter übernommen. Er hatte in der Serie bereits um einen Platz in der Familie gekämpft und wird dieses Mal nicht mehr von Conrad Khan, sondern von Neuzugang Barry Keoghan (33) dargestellt. Tommys Schwester Ada (Sophie Rundle) will die Machenschaften von Duke nicht länger dulden und bittet Tommy im Generationenkonflikt um sein Eingreifen. Doch der scheinbar gefallene König zögert - will er in sein Reich, das ihm so viel Leid gebracht hat, wirklich zurückkehren?

Der Gedanke an seinen Sohn, der sich inmitten des Zweiten Weltkriegs auf einen Deal mit Faschisten-Sympathisant Beckett (Tim Roth) einlässt, lässt ihn jedoch nicht los. Und so kehrt Tommy, der seinen eigenen inneren Krieg kämpft, zurück, um Schlimmes zu verhindern. Kann aus dem vielen Bösen auch etwas Gutes entstehen? Keine Bombe, keine Kugel, kein Messer seiner Feinde konnten Tommy bisher aufhalten. Wird es dieses Mal anders oder heißt es: Lang lebe der König?

Gekonnte Nostalgie

Nicht nur Cillian Murphy schafft es, seine vom Schicksal gebeutelte und doch von seiner Rohheit nichts verlorenen Rolle gekonnt wieder aufleben zu lassen. Der Film bringt auch sonst alles mit, was das Peaky-Blinders-Herz begehrt. Das Anschließen an die Serienhandlung funktioniert und die Ausstattung katapultiert den Zuschauer sofort wieder zurück in die Shelby-Welt: Schiebermützen, Tweed-Anzüge, lange Mäntel und goldene Taschenuhren so weit das Auge reicht. Hinzu kommen düstere Settings, die das raue Pflaster in Birminghams Straßen kinoleinwandtauglich aufleben lassen. Und wer noch nicht genug von der Nostalgie hat, kann sich auf den Soundtrack verlassen, bei dem eine aus der Serie bekannte und jetzt neu aufgenommene Version von Nick Caves "Red Right Hand" nicht fehlen darf.

Vertraute Serien-Gesichter in Form von Stephen Graham als Hayden Stagg, Ned Dennehy als Charlie Strong, Packy Lee als Johnny Dogs und Ian Peck als Curly runden das "Peaky Blinders"-Aufleben ab. Neben Tim Roth übernimmt Rebecca Ferguson als Dukes Tante hingegen einen neuen Part, beide Neuzugänge werden jedoch von Barry Keoghans Auftritt überstrahlt. Der irische Schauspieler fügt sich in die "Peaky Blinders"-Welt ein, als gehöre er ihr schon immer an. In Anzug, Lederjacke und Kappe auf dem Kopf brilliert der "The Banshees of Inisherin"-Star als taffer und doch sensibler Gangster, der zwischen dem Spiel mit dem Teufel und seinem Familiensinn schwankt.

Fazit

Immer wieder ist es ein Wagnis, auf eine Erfolgsserie eine Filmfortsetzung folgen zu lassen. Ist die Weitererzählung stimmig, bleibt die Qualität erhalten und werden die treuen Fans zufriedengestellt? "Peaky Blinders: The Immortal Man" ist ein gelungenes Beispiel dafür, den Spagat zwischen dem Schwelgen in Serien-Erinnerungen, frischem Inhalt in Form von neuen Darstellern und äußerst dramatischen Wendungen zu schaffen. So viel sei gesagt: Tommy findet am Ende seinen Frieden mit der Vergangenheit. Und so könnte auch der "Peaky Blinders"-Fan mit dem Filmabschluss der Geschichte seinen Frieden schließen. Doch es überwiegt der Wunsch nach mehr. Grund dafür ist vor allem Barry Keoghan, der Schiebermütze und Tweed-Anzug gerne noch länger im Schrank behalten dürfte.

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