"Ooops! - Land in Sicht" - wenn Noah das wüsste

Finnys Abenteuer passen zur Coronaerfahrung: Erst gerade noch auf die Arche geschafft, jetzt heißt es im zweiten Film: "Ooops! - Land in Sicht".
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Uff, wenigstens nicht der letzte seiner Art: Bislang wusste der Nestrier Finny (li.) nicht, dass es noch mehr Vertreter seiner Spezies gibt.
Ulysses Films/Fabrique d'Images/Moetion Films Uff, wenigstens nicht der letzte seiner Art: Bislang wusste der Nestrier Finny (li.) nicht, dass es noch mehr Vertreter seiner Spezies gibt.

Kita? Lange geschlossen! Spielplätze? Verbarrikadiert! Kindergeburtstage? Abgesagt! Die Kinder? Genervt von dem ewigen Eingesperrtsein mit den doofen Alten. Die Eltern? Genervt von der Dauerbetreuung der geliebten, aber unausgelasteten Schrazen.

Patchworkfamilie auf hoher See

Das klingt wie eine Zusammenfassung der ersten Wochen des Corona-Lockdowns. Gleichzeitig beschreibt es, was in "Ooops! 2 - Land in Sicht" eine Patchworkfamilie auf hoher See erlebt. Denn auch auf dem Holzpott ist der Platz beschränkt und auch hier machen die Kinder genau das, was sie nicht sollen. Allen voran das rabaukige, katzenhafte Teeniemädchen Leah mit dem friedliebenden Nestrier Finny im Schlepptau. Ihr taugt die Arche nicht so richtig zum Abenteuerspielplatz. Sie will raus, was erleben, endlich wieder Boden unter den Füßen haben. Doch die weiße Taube, die nach Land Ausschau halten soll, ist ein Pechvogel und bringt keine guten Nachrichten zum Arche-Volk.

Das ist auch deshalb schlecht, weil die Vorräte zur Neige gehen und die wackelige Friedensabmachung an Bord, dass Fleischfresser sich nicht an ihren pflanzenfressenden Kabinennachbarn vergehen, zu kippen droht.

Jede Menge Schepper-Autsch-Pups-Momente

Wie schon im Vorgängerfilm ist es der niedliche und unbedarfte Finny, der wieder Willen zum Helden wird, als er im kalten großen Ozean landet und sich als Wassertier zu den Rettern der Situation durchschlägt. An manchen Stellen knirscht es sanft im Dramaturgiegebälk, und Richtung Höhepunkt wird das Abenteuer für kleine Zuschauer dramatisch spannend mit gefährlichen Lavaströmen und einer drohenden Feuer-Apokalypse.

Die meiste Zeit sorgen aber Bild- und Wortwitze und jede Menge Schepper-Autsch-Pups-Momente für Heiterkeit. Für den tieferen Sinn ist die Figur der Patch eingebaut, Matriarchin der Nestrierkolonie. Sie führt aus schlechten Erfahrungen mit der Außenwelt ihren Stamm mittels einer isolationistischen Ideologie: Wir dulden keine Einflüsse von Außen. Sicher sind wir nur, wenn wir unter uns blieben. Wie aber geht sie damit um, dass andere Nestrier, also echte Verwandte Hilfe und Schutz suchen?

Wie es die klassische Dramaturgie eines Familienfilms vorsieht, lernen schlussendlich alle voneinander und profitieren vom gegenseitigen Austausch. Und wer braucht schon blühende Landschaften auf dem Festland, wenn er auf der "Arche 2.0" optimale Kreuzfahrtbedingungen haben kann.

Kino: Cinemaxx, Solln, Leopold, Mathäser, Museum, Rex und Royal
Regie: Toby Genkel, Sean McCormack (D, 82 Min.)

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