"Milk"-Editor Elliot Graham ist mit nur 50 Jahren gestorben

Er gab Filmen wie "Milk", "Steve Jobs" und "Keine Zeit zu sterben" ihren Rhythmus. Nun ist Filmeditor Elliot Graham im Alter von 50 Jahren in Los Angeles gestorben. Hollywood verliert einen Schnittexperten, der für den Oscar nominiert war und einen BAFTA gewann.
von  (ae/spot)
Elliot Graham erhielt 2022 den BAFTA für den besten Schnitt für "Keine Zeit zu sterben".
Elliot Graham erhielt 2022 den BAFTA für den besten Schnitt für "Keine Zeit zu sterben". © imago images/FAMOUS /J

Der US-amerikanische Filmeditor Elliot Graham (1976-2026) ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 50 Jahren in Los Angeles, wie das Branchenblatt "The Hollywood Reporter" berichtet. Das Magazin beruft sich auf Angaben der Gerichtsmedizin des Los Angeles County, wonach sich Graham das Leben genommen habe.

Graham zählte zu den gefragten Editoren Hollywoods. Für "Milk" erhielt er eine Oscar-Nominierung, für den James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" (2021) gewann er gemeinsam mit Tom Cross einen BAFTA. Der Bond unter der Regie von Cary Joji Fukunaga blieb sein letztes Projekt als Editor.

Der große Wurf mit "Milk"

Seine wohl wichtigste Arbeit lieferte Graham 2008 ab. In "Milk" erzählte Regisseur Gus Van Sant nach einem Drehbuch von Dustin Lance Black die Geschichte von Harvey Milk, dem ersten offen schwulen Mann in einem öffentlichen Amt in Kalifornien. Sean Penn spielte die Titelrolle. Der Film ging mit acht Oscar-Nominierungen ins Rennen, darunter als bester Film, und holte die Trophäen für den besten Hauptdarsteller und das beste Originaldrehbuch.

Wie viel Graham zu diesem Erfolg beigetragen hat, betonte nach seinem Tod "Milk"-Produzent Dan Jinks. Auf Facebook schrieb er, ohne Grahams großartige Arbeit wäre sein Film so nicht zustande gekommen. Mit Van Sant arbeitete Graham danach noch einmal zusammen, beim romantischen Drama "Restless" (2011) mit Mia Wasikowska.

Von "Superman" bis "Captain Marvel"

Geboren wurde Graham am 8. Juni 1976 im kalifornischen Claremont. Seinen ersten Credit als Editor erhielt er für Stephen Norringtons Thriller "The Last Minute" (2001). Kurz darauf war er am Schnitt von Bryan Singers "X2: X-Men United" (2003) beteiligt, ehe ihn Singer für "Superman Returns" (2006) erneut ins Team holte.

Die Liste seiner Filme liest sich wie ein Streifzug durch zwei Jahrzehnte Hollywood. Graham schnitt Bill Paxtons "The Greatest Game Ever Played" (2005), Robert Luketics "21" (2008) und Stephen Daldrys "Trash" (2014). Für Danny Boyle montierte er "Steve Jobs" (2015) mit Michael Fassbender, für Aaron Sorkin "Molly's Game" (2017). 2019 folgte "Captain Marvel" von Anna Boden und Ryan Fleck mit Brie Larson in der Hauptrolle.

Als zusätzlicher Editor wirkte er außerdem an "The Amazing Spider-Man 2" (2014), "I Am Michael" (2015) und "Beasts of No Nation" (2015) mit.

Auch als Produzent gefragt

Im Serienfach hinterließ Graham ebenfalls Spuren. Bei der FX-Serie "Trust" (2018) saß er nicht nur am Schneidetisch, sondern war auch als Produzent an Bord. Die Serie rollt die Entführung des Teenagers John Paul Getty III. aus dem Jahr 1973 auf.

Hilfe bei Depressionen und der Bewältigung von Krisen bietet in Deutschland Tag und Nacht die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder unter der 116 123. Anrufende bleiben anonym.

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