Michael Jackson schlägt Freddie Mercury: "Michael" bricht Biopic-Rekorde
Die Zahlen sprechen für sich: Trotz international eher bescheidener Kritiken, pulverisiert "Michael" zum Start Rekorde für Musik-Biopics. Der Film über die frühen Jahre von Michael Jackson (1958-2009) spielte bereits an seinem ersten Wochenende weltweit 218 Millionen US-Dollar ein. Damit landete "Michael" den erfolgreichsten globalen Start einer Musikerbiografie überhaupt.
Den Rekord hatte bislang "Bohemian Rhapsody" gehalten. Der Film über Queen und vor allem deren Sänger Freddie Mercury (1946-1991) war 2018 mit 122 Mio. US-Dollar gestartet. In seinem Heimatmarkt Nordamerika stellte "Michael" ebenfalls einen Startrekord auf. Mit einem Einspielergebnis von 97 Millionen US-Dollar stellte der Film von Antoine Fuqua "Straight Outta Compton" in den Schatten. Das Porträt der Gangsta-Rapper N.W.A war 2015 in den USA mit 60,2 Mio. Dollar angelaufen.
Bruce Springsteen schwächelt an der Kinokasse
Timothée Chalamet funkelte Anfang des Jahres 2025 als Dylan in James Mangolds inspirierendem Film "A Complete Unknown" und lockte mit seiner Kassenkraft auch eine ganz junge, neue Generation in "The Church of Bob", wie er selbst sagte. Der Film spielte 140 Millionen Dollar weltweit ein, 75 Millionen davon in den Vereinigten Staaten.

Dass der wesentlich massentauglichere Springsteen im selben Jahr mit seiner Anhängerschaft diese Zahlen leicht übertreffen würde, galt quasi als ausgemacht. Aber es kam anders. Kein Hit: Bruce Springsteen schwächelte an der Kinokasse.
Das Biopic "Deliver Me From Nowhere" über die Entstehung des mythischen "Nebraska"-Albums und Springsteens Abgleiten in die Depression entfaltet auf der Leinwand keinerlei mitreißenden Sog.

Der Mann, der seit Jahrzehnten die Stadien weltweit füllt und mit seinen kraftvollen, weit über drei Stunden langen Shows Maßstäbe gesetzt hat, soll beim Drehbuch mitgeholfen haben. Aber es half wenig. Der Film spielte im vergangenen Jahr nur 45 Millionen Dollar ein, weit weniger als die geschätzten 55 Millionen Dollar Produktionskosten. Vor allem aber fällt der Boss damit im Ranking der Biopics über berühmte Musiker weit zurück. Damit kam Springsteen nicht einmal heran an Amy Winehouse. Denn "Back to Black" erspielte im Jahr 2024 gute 51 Millionen Dollar. "Whitney Houston: I Wanna Dance with Somebody" schaffte es zwei Jahre zuvor auf knapp 60 Millionen Dollar. Und "Tina – What’s Love Got to Do with It" über das dramatische Leben von Tina Turner erzielte im gleichen Jahr weltweit 61 Millionen Dollar.
Über allen anderen thront bislang Freddie Mercury
Ray Charles spielt schon in einer anderen Liga. Der Film "Ray" nahm 2004 knapp 124 Millionen Dollar an der Kinokasse ein. Die Aufstiegsjahre von Elton John – ergreifend erzählt im Film "Rocketman" (2019) – trafen ebenfalls den Publikumsgeschmack, der Film spielte 195 Millionen Dollar ein. In einer anderen Galaxie hingegen thront "Bohemian Rhapsody" über Freddie Mercury und Queen, der 2018 unglaubliche 910 Millionen Dollar einspielte. An diese Marke wird ganz sicher auch der King of Pop scheitern, obwohl Michael Jackson Fans rund um den Globus hat.
Seit Jahren in Planung war auch ein Kinofilm über das Leben von Madonna, das aber wohl auf Eis liegt. Angeblich plant die Sängerin nun, sich von Julia Garner für eine Netflix-Miniserie verkörpern zu lassen.

Die Massentauglichkeit von Biopics über globale Superstars ist möglich, aber nicht planbar. Die Annäherung an eine bekannte Person ist aber bei Jurys und Akademien ganz besonders beliebt. So erhielt Jamie Foxx 2005 einen Oscar für seine Verwandlung in Ray Charles, Rami Malek holte sich die Goldene Statue 2019 für seine Interpretation von Freddie Mercury und Reese Witherspoon 2006 als June Carter in James Mangolds "Walk The Line" über Johnny Cash (Einspielergebnis 186 Millionen).
Joaquin Phoenix hätte den Oscar für seine Verkörperung des Countrystars damals ebenso verdient gehabt wie Timothée Chalamet als Dylan im vergangenen Jahr, zumal beide eindrucksvoll Musik und Gesang ohne Unterstützung durch Originalaufnahmen performten.
Taylor Swift beweist wie man Geld scheffelt
Biopics sind aber nicht immer eine sichere Bank. Der Versuch die Ziggy Stardust-Phase von David Bowie ins Kino zu bringen scheiterte 2020 kläglich an der Kinokasse. "Stardust" spielte nur 62.000 Dollar ein. Allerdings hatten die Verantwortlichen auch keine Rechte an den Songs und einen Bowie-Film ohne Bowie-Musik wollte kaum jemand sehen.
Wie man hingegen Geld scheffelt, bewies im Jahr 2023 Taylor Swift: Ihr Konzertmitschnitt der "The Eras Tour" spielte weltweit 261 Millionen Dollar in den Kinos ein. Ein schöner Aufschlag auf das Rekord-Einspielergebenis der Tour von 2,07 Milliarden Dollar.

