"Marty Supreme": Timothée Chalamet als Ping-Pong-Ass zum Oscar-Gewinn?

Timothée Chalamets Tischtennis-Streifen und Oscaranwärter "Marty Supreme" startet endlich auch hierzulande im Kino. Was macht den Sportlerfilm so besonders?
von  (stk/spot)
Bekommt Timothée Chalamet dank "Marty Supreme" im dritten Anlauf seinen ersten Oscar?
Bekommt Timothée Chalamet dank "Marty Supreme" im dritten Anlauf seinen ersten Oscar? © © Tobis Film

Mit reichlich Kritiker-Vorschusslorbeeren aus anderen Ländern landet am 26. Februar endlich auch hierzulande "Marty Supreme" in den Kinos. Der mehrfach Oscar-nominierte Tischtennis-Streifen mit Timothée Chalamet (30) in der Hauptrolle ist, da sind sich die Stimmen größtenteils einig, einer der vielversprechendsten Beiträge der diesjährigen Academy Awards. Nicht obwohl, sondern gerade weil "Marty Supreme" kein klassischer Sportlerfilm geworden ist.

Vom Schuhverkäufer zum Superstar? Darum geht es

Marty Mauser (Timothée Chalamet) ist ein Schuhverkäufer mit großen Träumen. Mauser verehrt die Ikonen der Hardbat-Ära und sieht sich selbst als Teil dieser glanzvollen Tradition. Doch sein Weg an die Spitze des Tischtennis gerät ins Wanken, als er bei einem wichtigen Turnier gegen den Japaner Endo und dessen neuartigen Schläger verliert. Um sich eine zweite Chance und die Teilnahme am nächsten Wettbewerb zu sichern, muss Marty dringend Geld auftreiben. Gelingt ihm das nicht, droht sein Traum, Weltmeister zu werden, im Schuhladen seines Onkels zu verpuffen.

Die Handlung von Chalamets neuem Streifen ist lose vom Leben der realen Tischtennislegende Marty Reisman inspiriert. Dass solche Helden vermeintlicher Nischensportarten zuweilen die interessantesten Storys für Hollywood liefern, ist durch diverse Beispiele verbrieft. Man denke nur an das jamaikanische Bobteam aus "Cool Runnings" oder den ebenso liebenswerten wie unerfolgreichen Skispringer "Eddie the Eagle".

Training auf dem Wüstenplaneten und in der Schokoladenfabrik

Und überhaupt: Chalamet hat derzeit einen so beachtlichen Kino-Lauf, selbst beim Ping-Pong-Spielen unterlaufen ihm offenbar keine filmischen Aufschlagfehler. Das beweist allein die Tatsache, dass dem Star in der Nacht auf den 16. März inzwischen sehr gute Chancen auf den Hauptdarsteller-Oscar eingeräumt werden. Es handelt sich nach "Call Me by Your Name" und "A Complete Unknown" im vergangenen Jahr bereits um seinen dritten Anlauf in dieser Kategorie, das war bislang noch keinem Star mit nur 30 Jahren gelungen.

Seine Vorbereitung auf den Film hätte allemal einen Oscar verdient. Seit 2018 soll er bereits für die Rolle trainiert haben und angeblich hatte er sogar eine Tischtennisplatte am Set von "Dune" und "Wonka" mit dabei. Topspin-Training auf dem Wüstenplaneten und der Schokoladenfabrik also.

Gwyneth Paltrow meldet sich zurück

Der Film "Marty Supreme" von Josh Safdie (41) ist insgesamt für neun Goldjungen nominiert. Durchaus beeindruckend für einen 150 Minuten langen Film über Tischtennis. Was den Streifen laut zahlreicher übereinstimmender Kritikermeinungen so besonders macht: Er stellt keinen klassischen Sportlerfilm mit den ewig gleichen, bereits dutzendfach gesehenen Plotverläufen und Trainingsmontagen dar. Stattdessen sorgen Chalamet als charismatisches Großmaul und Gwyneth Paltrow (53) als ehemalige Leinwand-Größe - und Affäre von Marty - namens Kay Stone für beste Screwball-Atmosphäre im Stile von alten Clark-Gable-Filmen.

Erstmals seit 2019 ist Paltrow wieder in einer größeren Kinorolle zu sehen. Diese wurde laut Regisseur Safdie als eine Mischung aus den beiden tragischen Hollywood-Ikonen Grace Kelly und Ruby Keeler konzipiert, soll heißen: Paltrow schwanke als Kay Stone zwischen "stiller Traurigkeit" und einem "wagemutigen Geist".

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.