Kleine Ziege, sturer Bock: Ungleiches Duo findet zueinander

Holprige Straße zum Happy End: In "Kleine Ziege, sturer Bock" findet mal wieder findet ein ungleiches Duo unterwegs zueinander, jedoch ist das Road-Movie gezeichnet von eher seltenen witzigen Momenten.
| Margret Köhler
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Die kleine Mai hat zunächst keinen Bock auf ihren Vater.
Majestic Die kleine Mai hat zunächst keinen Bock auf ihren Vater.

Holprige Straße zum Happy End: In "Kleine Ziege, sturer Bock" findet mal wieder findet ein ungleiches Duo unterwegs zueinander, jedoch ist das Road-Movie gezeichnet von eher seltenen witzigen Momenten.

Mit Ende 30 wieder im Hotel Mama wohnen, sich gut gemeinte Ratschläge anhören, als Elvis-Imitator im Altersheim für Stimmung und ab und an bei willigen Pflegerinnen für Liebeslust sorgen: So hatte sich Jakob das Leben nicht vorgestellt. Weil er ständig klamm ist, nimmt er einen Job als Fahrer an. Er soll einen stinkenden, aber teuren Zuchtschafbock nach Norwegen bugsieren. Und genau in diesem Moment taucht seine 12-jährige Tochter Mai auf, von der er bis dato nichts wusste.

 

Die Darsteller kämpfen tapfer gegen zahlreiche Klischees an

 

Das verwöhnte Girl will eigentlich nur der schicken Mutter eins auswischen, einer arrivierten Opernsängerin, die ihren Freund samt Anhang in ihre Villa ziehen lässt. Über den Typen in alten Klamotten, der sie am Flughafen abholt und sich als leiblicher Vater entpuppt, ist sie erst einmal enttäuscht. Nur widerwillig steigt sie in die Klapperkiste. Und zeigt dem eigentlich Fremden gerne, welche sozialen Gräben sie trennen. Dazu gehört auch eifriges Cello-Üben am Straßenrand oder morgendliches Yoga unter Bäumen.

In Johannes Fabricks nicht ganz subtil inszeniertem Road-Movie kommt es, wie es kommen muss, die beiden nähern sich vor wunderschöner Landschaft nach einigen Kämpfen und Standardsituationen einander an, das zickige und im Inneren einsame Mädel entdeckt sein Herz für den sympathischen Loser, der wiederum an der neuen Vaterrolle Gefallen findet.

 

Witz wird oft vermisst

 

Wotan Wilke Möhring und Nachwuchstalent Sofia Bolotina kämpfen tapfer gegen zahlreiche Klischees und übertriebene Schlussharmonie an, machen die Reise samt schwieriger Identitätsfindung und permanentem Krisenmodus erträglich. Wirklich witzige Momente blitzen selten auf, für die wahre Komik ist der unberechenbare Schafbock zuständig. Wie der bei Elvis-Klängen zum sanften Lamm mutiert, das hat tierischen Charme.

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