Judi Dench verrät: Ihr Bond-Tod war Daniel Craigs Idee

Der Filmtod von M in "Skyfall" (2012) geht laut Judi Dench wohl auf Daniel Craig (58) zurück. Das erzählt die 91-jährige Schauspielerin in ihren Memoiren "Is It Too Late to Make a Run For It?", die am 3. November erscheinen und aus denen "Variety" zitiert. Das Buch ist als langes Gespräch mit dem Schauspieler und Regisseur Brendan O'Hea angelegt.
Von ihrem Aus erfuhr Dench demnach im Restaurant The Wolseley. Die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson sowie Regisseur Sam Mendes hätten ihr dort die Handlung skizziert und eröffnet, dass sie M sterben lassen wollen. Craig sei ihrer Erinnerung nach nicht dabei gewesen. "Offenbar war es Daniels Idee, mich umbringen zu lassen", so Dench.
Die Schuld sucht sie augenzwinkernd bei sich selbst. Seit "GoldenEye" (1995) habe sie gebettelt, endlich hinter ihrem Schreibtisch hervorkommen zu dürfen. Damals sei das komplette Team nach Monte Carlo und St. Petersburg gereist, sie selbst habe drei Drehtage in Watford gehabt. "Nun, schließlich haben sie mich tatsächlich hinter meinem Schreibtisch hervorgelassen... und mich erschossen." Vorher habe sie aber noch die Demütigung ertragen müssen, von ihrem Nachfolger, gespielt von Ralph Fiennes (63), gefeuert zu werden. Ihr lachender Kommentar: "Arschloch."
"Ich schmolle immer noch"
Berichte, dass sie über ihr Aus bei Bond geweint habe, weist Dench zurück. "Warum um alles in der Welt sollte ich nach zwanzig glorreichen Jahren und acht Bond-Filmen weinen", fragt sie sich. Das sei übrigens einer mehr als bei dem legendären Roger Moore (1927-2017).
Ganz verwunden hat sie den Abschied trotzdem nicht. In "Spectre" (2015) war sie noch kurz auf einem Bildschirm zu sehen, gedreht in nicht mal einer Stunde. Den fertigen Film kennt sie nicht: "Weil sie mich umgebracht haben, schmolle ich immer noch, und deshalb habe ich den Film nie gesehen."
Judi Dench war "berauscht von der Macht"
Dass 1995 erstmals eine Frau die Geheimdienstchefin spielte, führt Dench auf den Zeitgeist zurück. 1992 war Stella Rimington an die Spitze des britischen Inlandsgeheimdienstes gerückt. Getroffen habe sie Rimington nur einmal kurz im Jahr 2023, ein geplantes Abendessen wenige Monate vor deren Tod sei nicht mehr zustande gekommen.
Die Rolle hat sie sichtlich genossen. "Ich habe es geliebt, M zu spielen, weil es großartig war, all diesen Männern sagen zu können, wo es langgeht." Schon bei der ersten Begegnung nennt M den Bond von Pierce Brosnan (73) einen "sexistischen, frauenfeindlichen Dinosaurier". Dench sei "berauscht von der Macht" gewesen.
Einen Lieblings-Bond will sie nicht küren. Für Sean Connery als Original habe sie immer eine Schwäche gehabt, Brosnan und Craig hätten die Figur aber zu ihrer eigenen gemacht.