"It was fifty years ago today": Ein Beatles-Film ohne Beatles-Musi

Die Doku "It Was Fifty Years Ago Today" handelt von den Beatles – aber nicht von ihrer Musik. Für sie bekam der Regisseur nämlich keine Rechte. Störte ihn aber nicht. 
| Dominik Petzold
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Beatles-Sänger und -Gitarrist Paul McCartney.
Camera Press 7 Beatles-Sänger und -Gitarrist Paul McCartney.
Diese bunten Anzüge trugen die vier Mitglieder der Beatles auf dem Albumcover von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band".
Fashionpix Alamy Stock Photo 7 Diese bunten Anzüge trugen die vier Mitglieder der Beatles auf dem Albumcover von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band".
Beatles-Sänger und -Gitarrist John Lennon.
It was fifty years ago today 7 Beatles-Sänger und -Gitarrist John Lennon.
John Lennon und George Harrison
Camera Press 7 John Lennon und George Harrison
"Love is you need": Was du brauchst, ist Liebe - das Motto der Beatles zu jener Zeit.
Rex Features 7 "Love is you need": Was du brauchst, ist Liebe - das Motto der Beatles zu jener Zeit.
The Beatles
Rex Features 7 The Beatles
Ringo Starr und George Harrison.
Mirrorpix 7 Ringo Starr und George Harrison.

Beim Film ist’s wie im richtigen Leben: Wenn etwas so richtig daneben geht, kann man selten genau sagen, in welchem Moment das Debakel seinen Anfang nahm. Doch bei dem Dokumentarfilm "It Was 50 Years Ago Today! The Beatles: Sgt. Pepper & Beyond" gab es diesen einen Moment: Eine rote Lampe leuchtete, eine Sirene heulte, am Himmel zog ein Flugzeug ein riesiges Banner hinter sich her, auf dem stand: "ACHTUNG!".

Es war der Moment, als klar war, dass Regisseur Alan G. Parker nicht über die Rechte verfügen würde, die Musik der Beatles zu verwenden. Unverdrossen machte Parker seinen Film dennoch und präsentiert knapp zwei Stunden lang Geschichten und Deutungen über die Band und ihr Meisterwerk "Sgt. Pepper’s Lonely Heart’s Club Band" – doch von dem Album ist kein Ton zu hören.

Einblicke in die "Sgt.  Pepper-Ära"

Vielleicht hat der Regisseur die Stärke seines visuellen Materials überschätzt. Er hat nämlich viele sehenswerte Bewegtbild-Aufnahmen der Beatles ausgegraben. Und manche der Experten – die Biographen Hunter Davies und Philip Norman, Barbara O‘Donnell, die Sekretärin von Beatles-Manager Brian Epstein, Fanclub-Beauftragte Freda Kelly oder Rockproduzent Simon Napier-Bell – waren immerhin nahe genug an der Band, um interessant zu berichten. Doch von was genau? Das bleibt unklar.

Der Film handelt von mehreren Themenkomplexen rund um die Sgt. Pepper-Ära: Er beginnt 1966 mit John Lennons "Die Beatles-sind-größer-als-Jesus"-Zitat, das im Süden der USA für Aufruhr sorgte und zum Ende der Beatles als Live-Band beitrug, womit sie viel mehr Zeit fürs Studio hatten. Und er endet mit der nahezu ruinösen Gründung der Firma "Apple" 1968. Wieso Parker ausgerechnet diese Zäsuren setzt, bleibt nebulös.

So ist der Film nur Beatles-Enthusiasten zu empfehlen. Die bekommen einige interessante Anekdoten und Einschätzungen präsentiert. Und herzhaft lachen kann man bei einem Interview mit dem verschlagenen Guru Maharishi Mahesh Yogi, der das Interesse der Beatles an seiner Tranzendentalen Meditation für Eigen-PR nutzte.

Wie er die Band finde, wird er 1967 von einem Reporter gefragt. "Gute junge Männer mit viel Potenzial", sagt der Maharishi. Und ihre Musik? "Die habe ich noch nicht gehört."


R: Alan G. Parker (GB, 114 Min.) Der Film läuft am Sonntag in den Cineplex-Kinos Neufahrn und Erding (12.50 Uhr) sowie Penzing (17 Uhr). Am 20. Oktober erscheint die Doku als DVD und BluRay

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