„Hope Frozen“: Das Prinzip Hoffnung

„Hope Frozen“: Eine Familie friert ihre tote Tochter ein, um sie eines Tages wiederzubeleben.
| Philipp Seidl
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Die Familie am Tank, in dem die Tochter eingefroren ist.
DokFest Die Familie am Tank, in dem die Tochter eingefroren ist.

Eigentlich ist dieser Film nicht zu ertragen. Dieser Film ist ebenso wenig zu ertragen wie die Vorstellung, sein Kind zu verlieren. So empfinden die sehr wissenschaftlich orientierten Eltern der zweijährigen Einz. Das Mädchen hatte eine sehr seltene, absolut tödliche Form von Krebs. Nach zahllosen vergeblichen Behandlungen stirbt sie – und die Eltern lassen den Leichnam sofort in einem Labor in Arizona einfrieren.

Ihre Hoffnung: Eines fernen Tages wird die Medizin so große Fortschritte gemacht haben, dass Einz aufgetaut und geheilt werden kann. Davon erzählt die Regisseurin Pailin Wedel in „Hope Frozen“.

Die Öffentlichkeit sieht das Einfrieren kritisch

Herzzerreißend ist die Szene, in der die Familie vor dem riesigen silbernen Tank kniet, in dem die Tochter tiefgefroren aufbewahrt wird, wie die Familie verzweifelt versucht, in irgendeiner Form eine Verbindung zur Tochter herzustellen. Die Öffentlichkeit in Thailand teilt diese Euphorie nicht: Teile der buddhistisch geprägten Gesellschaft werfen den Eltern vor, der Seele ihres Kindes den Frieden vorzuenthalten.

Im zweiten Teil sehen wir eine Art Heldenreise: Der Vater schickt seinen Sohn in die Welt hinaus, um mit einem renommierten Gehirnforscher zu sprechen. Das Nebeneinander von traditioneller Gesellschaft und fortschrittsgläubigen Eltern, von der üppigen Natur in Thailand und den kalten Stahltanks in Amerika und natürlich die Geschichte einer schier unendlichen Hoffnung auf die Fortschritte in der Forschung machen diesen Film sehenswert. Man weiß manchmal nicht, ob man die Eltern für diese Zuversicht bewundern oder belächeln soll. Ob es Liebe zum Kind oder Hybris ist. Ergreifend ist diese Geschichte auf jeden Fall. Der Film ist nur bis zum 14. Mai verfügbar

Bis zum 24. Mai zeigt das Dok.fest 121 Filme, die man nur online sehen kann. Das kostet pro Film 4,50 Euro – oder 5,50 Euro, wenn man den Solidaritätsaufschlag für die Partnerkinos City/Atelier, Rio und Maxim zahlt. Der Festivalpass für alle Filme kostet 50 Euro. Die meisten Filme sind die ganze Zeit verfügbar, einige unterliegen Beschränkungen.
Alle Infos unter dokfest-muenchen.de

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