"Hirngespinster": Premiere mit Tobias Moretti und Jonas Nay

Minutenlanger Applaus bestätigte einmal mehr, was Regisseur Bach und seinen Schauspielern Tobias Moretti und Jonas Nay mit dem Film "Hirngespinster" gelungen ist: Die Geschichte über einen psychisch kranken Familienvater und seinen Sohn begeisterte das Publikum.
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"Hirngespinster" feierte Premiere in München: Die Schauspieler Tobias Moretti (li.) und Jonas Nay mit ihrem Regisseur Christian Bach (re.)
ili/spot "Hirngespinster" feierte Premiere in München: Die Schauspieler Tobias Moretti (li.) und Jonas Nay mit ihrem Regisseur Christian Bach (re.)

Minutenlanger Applaus nach der Premiere beim Filmfest München bestätigte einmal mehr, was Regisseur Christian Bach und seinen Schauspielern Tobias Moretti und Jonas Nay mit dem Film "Hirngespinster" gelungen ist: Die Geschichte über einen psychisch kranken Familienvater und seinen Sohn begeisterte das Publikum.

München - Alles andere als verrückt war die Premiere des Kinofilms "Hirngespinster" (Kinostart: 9. Oktober) am Dienstagabend beim Filmfest München. Statt vieler Worte gab es von Regisseur und Drehbuchautor Christian Bach (37) innige Umarmungen für sein Team, allen voran für seine beiden Hauptdarsteller Tobias Moretti (54, "Mobbing") und Jonas Nay (23, "Homevideo"). Es hätte am Vorabend von Bachs 37. Geburtstag allerdings auch anders laufen können - denn sein Kinodebüt handelt von einem Thema, über dem "ein Mantel des Schweigens" liegt und über das es "sehr viel gefährliches Halbwissen" gibt, wie Bach im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt.

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Trotzdem erzählt der Regisseur seine Geschichte mit viel Fingerspitzengefühl - das auch nötig ist. Immerhin basiert der Film auf der "wahren Familiengeschichte von einem alten Jugendfreund von mir", wie Bach berichtet. Die wird auf der Leinwand zur Erzählung des jungen Simon Dallinger (Jonas Nay), der sich über ein gesundes Maß hinaus für seine Familie verantwortlich fühlt. Warum er das macht wird schnell klar: Der Familienvater, Hans Dallinger (Tobias Moretti), ist psychisch krank. Das gesamte Familienleben wird von seiner "paranoiden Schizophrenie" dominiert. Das ohnehin fragile Gleichgewicht des Familiensystems wird gesprengt, als Jonas eine junge Frau, Verena (Hanna Plaß), kennenlernt.

Was nach schwerem Stoff klingt, ist es auch. Bach erzählt sehr konsequent und lässt kaum eine Facette aus. Trotzdem ist der Film nicht nur ein Drama. Lacher sind dank des gewitzten Drehbuchs ebenfalls garantiert. "Ich wollte einen Film machen, den man sich trotz der schweren Thematik gerne ansieht und nicht einen, aus dem man sich dann nur noch herausschleppt", beschreibt Bach seine Intention.

Der ein oder andere thematisch unbeleckte Zuschauer fragte nach dem Film allerdings schon, ob einiges nicht doch etwas übertrieben dargestellt worden sei? "Der Witz an der Sache ist, dass ich die Wirklichkeit runterschrauben musste", erklärt der Regisseur. "Wenn ich 1:1 übertragen hätte, wie es wirklich war, dann hätte jeder gesagt, dass es völlig übertrieben ist. Es ist eher noch untertrieben." Nach einem Beispiel gefragt, nennt der Wahl-Münchner die Szene mit der Axt: "In echt war es eine Schrotflinte. Doch was hätten die Zuschauer erst gedacht, wenn ich den Vater damit hätte rumballern lassen..."

Bereits Anfang dieses Jahres wurde der Film für die herausragende schauspielerische Leistung gleich zweimal mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet: Tobias Moretti bekam den Preis als bester Darsteller, Jonas Nay den als bester Nachwuchsdarsteller. Von der Deutschen Film- und Medienbewertung erhielt der Film außerdem das Prädikat "besonders wertvoll".

Den erfolgreichen Premierenabend ließen die Protagonisten nach Filmvorführung und Team-Präsentation im Münchner Studenten-Café Leibspeiserei ausklingen. Auf der Speisekarte: Knödel. Ganz im Sinne des Film-Protagonisten Hans Dallinger. Der dichtete schließlich kurz zuvor auf der Leinwand: "Hänsel und Knödel verirrten sich im Wald..."

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