Halloween-Einstimmung: Die besten Horrorfilme der letzten fünf Jahre

Für das kommende Halloween-Fest sollen nicht immer dieselben Horrorklassiker zur Einstimmung dienen? Diese Gänsehaut-Garanten hatten die vergangenen fünf Jahre zu bieten.
von  (stk/spot)
Diese zwei Horrorfilme schrieben im vergangenen und in diesem Jahr Geschichte: "Blood & Sinners" mit Michael B. Jordan (l.) und Low-Budget-Sensation "Obsession" mit Inde Navarrette.
Diese zwei Horrorfilme schrieben im vergangenen und in diesem Jahr Geschichte: "Blood & Sinners" mit Michael B. Jordan (l.) und Low-Budget-Sensation "Obsession" mit Inde Navarrette. © imago/Landmark Media / Supplied by LMK / © 2026 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED.

Die Scheusale Freddy Krueger, Michael Myers und Jason Voorhees mögen absolute Ikonen des Horrorgenres sein. Doch treiben sie eben schon seit 40, mitunter gar seit fast 50 Jahren ihr Unwesen. Beinahe ebenso häufig dürften manche Grusel-Aficionados deren Gräueltaten aus der "Nightmare on Elm Street"-, "Halloween"- und "Freitag der 13."-Reihe schon gesehen haben. Wer sich daher auf das kommende Halloweenfest am 31. Oktober mal nicht mit den Klassikern einstimmen will, sondern nach frischem Kunstblut dürstet, dem steht allein aus den vergangenen fünf Jahren eine schaurig-schöne Auswahl zur Verfügung. Hier der Beweis.

2021: Sozialkritisch bis umfangreich

Die Schreckgestalt "Candyman", basierend auf einer Kurzgeschichte von "Hellraiser"-Macher Clive Barker, schaffte es erstmals schon 1992 ins Kino. 2021 erfuhr die Geschichte ein sehenswertes Sequel. Regisseurin Nia DaCosta schmückte den Hintergrund über den übernatürlichen Killer, der einen Haken statt einer Hand hat und immer dann erscheint, wenn man vor dem Spiegel fünfmal seinen Namen sagt, raffiniert aus. Dass Jordan Peele mit am Drehbuch gearbeitet hat, ist nicht zu übersehen. Auch die "Candyman"-Neuauflage befasst sich tiefschürfend mit Thematiken wie Rassismus und Polizeigewalt.

Ebenfalls 2021 veröffentlichte Netflix im Verlauf von nur zwei Wochen seine "Fear Street"-Trilogie, basierend auf der gleichnamigen Jugendbuchreihe. Was wie ein typischer Slasher beginnt, entwickelt sich zu einer sehenswerten Horror-Zeitreise, die sich in den Jahren 1994, 1978 und 1666 zuträgt und von einer übergreifenden Rahmenhandlung zusammengehalten wird. "Fear Street" handelt von der Kleinstadt Shadyside, in der sich immer wieder grausame Mordserien zutragen. Eine Gruppe von Jugendlichen, denen plötzlich untote Killer an den Fersen kleben, kommt nach und nach einem grauenvollen Geheimnis auf die Spur, das sich bis ins 17. Jahrhundert erstreckt.

2022: Gehyped bis unkonventionell

Im Jahr 2022 kam mit "Smile" ein Film in die Kinos, der einen erstaunlichen Hype erfuhr. Über Reaktionsvideos in den sozialen Netzwerken entwickelte sich ein regelrechter Kult um den Streifen, in dem Menschen plötzlich manisch zu grinsen beginnen, kurz bevor sie sich selbst auf grausame Weise umbringen. Ähnlich wie einige Jahre zuvor bei "It Follows" wird die Besessenheit wie eine ansteckende Krankheit dargestellt und schafft so mit geringen Mitteln maximalen Gruselfaktor.

Weitaus unkonventioneller kam im selben Jahr der Film "Barbarian" daher. Aus mehreren Blickwinkeln erzählt der Film mit Bill Skarsgård zunächst von zwei Personen, die sich aufgrund eines Buchungsfehlers zur selben Zeit in derselben Airbnb-Wohnung wiederfinden. Nach anfänglicher Skepsis einander gegenüber wird den beiden schnell klar, dass mit der Bleibe in der Tat etwas nicht stimmt - und der Keller ein schreckliches Geheimnis verbirgt. "Barbarian" schlägt gleich mehrere erzählerische Haken und schafft es auch, morbiden Humor mit Body-Horror zu verbinden.

2023: Raffiniert bis bitterböse

Eine positive Horror-Überraschung stellte 2023 der australische Film "Talk to Me" dar. Mit einer mysteriösen Statue, die wie eine Hand geformt ist, können Jugendliche mit Verstorbenen kommunizieren. Für die Kids wird die Mutprobe schnell zur Sucht - bis das Tor zur Totenwelt zu weit aufgestoßen wird und das reale Konsequenzen mit sich bringt. In "Talk to Me" besticht nicht nur der talentierte, weitestgehend unbekannte Cast. Der Film von Danny und Michael Philippou greift reale Themen wie Sucht und Trauerbewältigung symbolisch wirksam auf und verwandelt sie in übernatürliche Schrecken. Selbst gelungene Horrorfilme haben oft Probleme damit, die Geschichte zu einem würdigen Abschluss zu bringen - nicht so "Talk to Me".

Auch "Evil Dead Rise" gelang 2023 ein kleines Kunststück: Er vermählte auf ebenso tragische wie ungemein blutige Weise den wohlbekannten "Evil Dead"-Splatter mit einem erstaunlich tiefschürfenden Familiendrama. Statt einer Gruppe Halbstarker in einer Waldhütte terrorisiert das Böse darin eine Familie im heruntergekommenen Betonklotz mitten in der Großstadt. Der Film macht dadurch wenig und zugleich vieles neu. Alles, was in einem "Evil Dead"-Streifen vorkommen muss, ist trotzdem dabei. Soll heißen: übertriebener Gore an der Grenze zur Farce, fieser Body-Horror, wenn der Dämon erst einmal Besitz von jemandem ergriffen hat - und die obligatorische Kettensäge. Hier ist niemand - wirklich niemand - sicher.

2024: Manisch bis schönheitswahnsinnig

Mit seinem Film "Longlegs" hat Regisseur Oz Perkins 2024 einen Film auf die Leinwand gebracht, der es auf bravouröse Weise schafft, das Kopfkino bei den Zuschauern anzuwerfen. Die mysteriösen Fälle, denen sich Maika Monroe als junge FBI-Agentin Lee Harker stellen muss, könnten direkt aus Thomas Harris' Buchreihe über Hannibal Lecter stammen. Die beklemmende Kameraarbeit lässt die bangen Blicke in jeder gewählten Einstellung über die Leinwand schweifen. Und die entrückt wirkende Hauptfigur scheint sich wie durch einen Albtraum zu bewegen: Auf gemächliche, zugleich höchst atmosphärische Weise erzeugt der Film Unbehagen. Das filmische Äquivalent zu einem Pflaster, das mit sadistischer Freude abgezogen wird - in Zeitlupe. Dann taucht Nicolas Cage auf.

Dass Demi Moore für ihre Darbietung in "The Substance" nicht den Hauptdarstellerinnen-Oscar erhalten hat, überraschte viele und erzürnte einige. Coralie Fargeat widmete sich mit ihrem Film auf teils satirische, teils tragische Weise dem unbarmherzigen Schönheitsdruck, dem sich Frauen durch die Gesellschaft ausgesetzt fühlen. Was als Hochglanz-Sci-Fi über die Umkehr des Alterungsprozesses beginnt, endet mit schaurigem und herzzerreißendem Body-Horror, auf den selbst der Meister dieser Disziplin, "Die Fliege"-Regisseur David Cronenberg, stolz gewesen wäre.

2025: Preiswürdig bis historisch

"Blood & Sinners" mit Michael B. Jordan in einer Doppelrolle vermischt klassischen Vampir-Horror mit den wahren Schrecken der sogenannten Jim-Crow-Gesetze, denen sich Afro-Amerikaner im Süden der USA nach dem Ende der Sklaverei ausgesetzt sahen. Der Mix aus Grusel und Sozialkritik, zu dem sich eine versierte Kameraarbeit sowie ein großartiger Soundtrack gesellten, kam nicht nur beim Publikum bestens an: Mit 16 Oscar-Nominierungen ergatterte Ryan Cooglers Film bei den Academy Awards 2026 so viele wie noch kein Werk zuvor. Zwar konnte "Blood & Sinners" am Ende "nur" vier davon gewinnen, darunter aber in den Kategorien "Bester Hauptdarsteller" (Jordan) und "Bestes Originaldrehbuch" (Coogler).

Ebenfalls für Furore - so auch bei den Oscars - sorgte 2025 "Weapons - Die Stunde des Verschwindens" mit Amy Madigan, Julia Garner und Josh Brolin. Der Film von Zach Cregger ist der Albtraum eines jeden Elternteils und schafft es trotz seiner furchteinflößenden Story (fast eine ganze Schulklasse verschwindet von einem Tag auf den nächsten spurlos), Horror mit Humor zu vermengen. Speziell Madigans Darbietung als diabolische Tante Gladys, die in diesem Jahr sicherlich viele Halloween-Fans inspirieren wird, ist hervorzuheben. Das sah auch die Oscar-Academy Anfang dieses Jahres so und verlieh ihr den Oscar als beste Nebendarstellerin.

2026: Das beste Horror-Jahr der Geschichte?

Wer bereits vom Horror-Output 2025 begeistert war, traute 2026 seinen zusammengekniffenen Augen nicht: Der Low-Budget-Streifen "Obsession - Du sollst mich lieben" sprengte sämtliche Erwartungen und spielte weltweit über eine halbe Milliarde Dollar ein - gekostet hatte er lediglich rund 750.000 Dollar. Die Geschichte wirkt simpel: Ein junger Mann ist hoffnungslos in seine Kollegin Nikki verliebt. Aus Spaß kauft er sich eine Art Wunschknochen, der seinen größten Traum tatsächlich zur Realität macht: Nikki liebt ihn plötzlich "mehr als alles andere auf der Welt" - mit blutigen Folgen. "Obsession" ist aber deutlich mehr als bloße "Careful what you wish for"-Dramaturgie. Der Film von Curry Barker befasst sich auf clevere Weise mit der Frage, wie nett die selbstproklamierten "Nice Guys" wirklich sind.

Fast zeitgleich mit "Obsession" sorgte ein weiterer Horrorfilm für Furore im Kino: "Backrooms" sammelte beachtliche 400 Millionen Dollar an den Kinokassen, bei einem Budget von nur rund zehn Millionen Dollar. Clark (Chiwetel Ejiofor, 49), der Inhaber eines maroden Möbelgeschäfts, macht darin im Keller seines Ladens eine beunruhigende Entdeckung: Eine Tür, die niemand außer ihm zu sehen scheint und die in ein verlassenes Labyrinth aus Büroräumen führt. Der Drang, das Geheimnis der "Backrooms" zu entschlüsseln, lässt ihn nicht mehr los - doch bald muss er feststellen, dass die kargen Räume nicht so verlassen sind, wie zunächst angenommen. Was als Internet-Gruselgeschichte seinen Ursprung fand, verwandelte Regisseur Kane Parsons in einen nervenaufreibenden Kinofilm.

Doch auch zwei alte Bekannte wussten 2026 zu überzeugen: Die Neuauflage der Videospiel-Verfilmung "Resident Evil" etwa, die sich überraschend humorvoll der Zombie-Apokalypse annahm. Wer seinen Horror lieber knallhart statt humoristisch mag: Mit "Evil Dead Burn" feierte auch die Kultreihe, die einst Sam Raimi und Bruce Campbell aus der Taufe hoben, ihr garstiges Comeback. In diesem Sinne: Happy Halloween!

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