Kritik

"Guglhupfgeschwader" im Kino: Schmankerl im Sommer

Die Provinz im Lotto-Fieber und ein dreibeiniger Hund: "Guglhupfgeschwader" ist der achte Eberhofer-Krimi. Die AZ-Kritik.
| Philipp Seidel
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Guglhupf? Eintopf! (v.li.) Daniel Christensen, Eisi Gulp, Sebastian Bezzel, Enzi Fuchs und Lisa Maria Potthoff.
Guglhupf? Eintopf! (v.li.) Daniel Christensen, Eisi Gulp, Sebastian Bezzel, Enzi Fuchs und Lisa Maria Potthoff. © Bernd Schuller/ Constantinfilm

Man kennt die die Orte in der Eberhofer-Welt inzwischen ja fast besser als seine eigene Wohnung. Den Eberhofer-Hof, auf dem der Kleinstadt-Cop mit der resoluten Oma, dem kiffenden Papa, dem spießigen Bruder und seiner oft verzweifelten Susi lebt. Die Metzgerei vom Simmerl. Wolfis Kneipe. Den Kreisverkehr. Unser Niederkaltenkirchen halt.

Neue Figuren im mittlerweile achten Eberhofer-Film

"Guglhupfgeschwader" ist bereits der achte Kinofilm nach den inzwischen elf Eberhofer-Romanen von Rita Falk. Diesmal wird das Personal um zwei mehr oder weniger schillernde Figuren erweitert: den Lotto-Otto, gespielt von Johannes Berzl. Und die alternative Theresa, gespielt von der ausgezeichneten Stefanie Reinsperger, die wir vor allem als Ermittlerin Rosa Herzog im Dortmunder "Tatort" kennen.

Als dritter Neuzugang ist da noch ein dreibeiniger Hund namens Hinkelotta. Er ist ein Geschenk vom Birkenberger Rudi, mit dem er seinen Kumpel Eberhofer über den Verlust seines geliebten Hundes Ludwig hinwegtrösten will. Womit der Rudi aber kläglich scheitert. Der Eberhofer ist mal bockig und prompt sind ihm alle beleidigt.

Niederkaltenkirchen verfällt dem Lotto-Spiel

Allerlei Stoff also für einen weiteren wilden Ritt durch die niederbayerische Provinz. Regie führt wieder Ed Herzog, der das Drehbuch wieder gemeinsam mit Stefan Betz geschrieben hat.

Diesmal geht es um organisierte Kriminalität und Glücksspiel: Niederkaltenkirchen verfällt dem Lotto-Spiel. Wobei der Fall und seine Auflösung wie immer ein bisschen egal sind. Man schaut Eberhofer-Filme ja nicht, weil man mitfiebern möchte, sondern um sich einen Abend lang unterhalten zu lassen. Und wohl auch, um sich in einer immer unübersichtlicheren Welt ins Vertraute zu flüchten. In ein sehr übersichtliches Provinznest, in dem man alle Menschen mit ihren kleinen, liebenswerten Macken kennt.

Und bei der Besetzung kann man ja auch nicht viel falsch machen: Sebastian Bezzel und Simon Schwarz als Duo Eberhofer-Birkenberger sind ja längst bekannter als jedes "Tatort"-Team. Dazu Lisa Maria Potthoff als Susi und Enzi Fuchs als Oma. Und die beiden hinreißenden Charakterköpfe Sigi Zimmerschied als Polizeichef Moratschek und Eisi Gulp als Vater Eberhofer. Und für die Stammtisch-Gemütlichkeit Stephan Zinner als Metzger Simmerl, Daniel Christensen als Installateur Flötzinger (der diesmal, befeuert vom Lotto-Fieber, große Träume hat) und Max Schmidt als Wirt Wolfi.

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Die Dreharbeiten für den nächsten Eberhofer starten im Herbst

Mit großer Freude schaut man in "Guglhupfgeschwader" vor allem Johannes Berzl in der Rolle des Dorftrottels Lotto-Otto zu, der für reichlich Wirbel sorgt. Und Stefanie Reinsperger als die Frau an Birkenbergers Seite ist auch eine schöne Abwechslung: Das Ermittler-Dream-Team wird auf eine harte Probe gestellt. Mit der Oma und der Susi sind da jetzt schon drei Frauen, die sagen, wo es langgeht. Schlecht für Eberhofer. Der Stoff für weitere Filme geht erst einmal nicht aus. Im Herbst beginnen die Dreharbeiten für "Rehragout-Rendezvous".


Kino: Astor im Arri und im Bayerischen Hof, Cadillac, Cincinnati, Cinemaxx, Sendlinger Tor, Gloria, Solln, Leopold, Mathäser, Monopol, Rex, Rio, Royal | R: Ed Herzog (D, 97 Min.)

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