"Good Luck, Have Fun, Don't Die": Absurder Genre-Mix mit Schwächen

Mit "Fluch der Karibik" gelang Gore Verbinski (61) 2003 der große Durchbruch: Der Piratenfilm entwickelte sich zu einem Riesenhit und startete eine der erfolgreichsten Kinoreihen der 2000er-Jahre. Danach wandte sich der Regisseur neuen Projekten zu. Während sein Animationsfilm "Rango" (2011) noch mehr als 200 Millionen Dollar einspielte und ihm einen Oscar einbrachte, blieben seine letzten Filme weit hinter den Erwartungen zurück.
2013 arbeitete Verbinski erneut mit Johnny Depp (62) zusammen, doch "The Lone Ranger" floppte gnadenlos an den Kinokassen. Nach dem nächsten Flop "A Cure for Wellness" (2016) legte der 61-Jährige eine kreative Pause ein. Nach zehn Jahren Funkstille meldet sich der Regisseur nun mit dem Genre-Mix "Good Luck, Have Fun, Don't Die" (Kinostart: 12. März) zurück.
Darum geht's in dem Sci-Fi-Film
Ein heruntergekommener Mann (Sam Rockwell, 57) stürmt, gehüllt in einen Plastikmantel und mit einer angeblichen Bombe am Körper, in ein amerikanisches Diner. Dort verkündet er, aus der Zukunft zu stammen - mit einer Mission: Er will die Menschheit vor einer drohenden KI-Apokalypse retten. Auslöser des Untergangs, so seine Warnung, seien ausgerechnet Smartphones. Die Menschen hätten sich immer stärker mit ihren Bildschirmen beschäftigt, bis sie nicht mehr aus dem Bett kamen. Der Zeitreisende behauptet, die Lösung zu kennen, doch er braucht Unterstützer: Freiwillige aus dem Diner, die sich auf ein waghalsiges Abenteuer einlassen. Es ist nicht sein erster Versuch - bereits 116 Mal stand er zuvor an genau diesem Ort, auf der Suche nach seinem idealen Team. Diesmal aber, so ist er überzeugt, wird alles anders.
Eine der größten Stärken des Films ist das Schauspiel-Ensemble, das hervorragend miteinander harmoniert. Angeführt wird die Besetzung von Rockwell, der sonst oft in Nebenrollen glänzt und 2019 in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" sogar einen Oscar erhielt. Diesmal darf er seine Qualitäten als Hauptdarsteller unter Beweis stellen - und das gelingt ihm mit Bravour. Rockwell verkörpert überzeugend einen manischen Charakter: Er sorgt nicht nur für Lacher mit seiner überdrehten Art, sondern berührt auch in den leisen Momenten. Auch die Nebenrollen sind stark besetzt: Haley Lu Richardson (31) zeigt einmal mehr ihr Talent, Zazie Beetz (34) und Michael Peña (50) passen sich herrlich an den absurden Ton des Films an. Doch über allen steht Rockwell, der das Herzstück des Films ist und ihn auf seinen Schultern trägt.
Ambitionierte Story, aber keine perfekte Umsetzung
"Good Luck, Have Fun, Don't Die" ist eine zugleich witzige und bissige Satire, die den Technikwahn der Gesellschaft auf den Arm nimmt. Ob virtuelle Welten, die der Realität vorgezogen werden, endloses Doomscrollen, die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz oder der süchtig machende Algorithmus sozialer Medien - der Film kommentiert all das mit viel Humor und wirkt teilweise wie eine Art Warnung an die Zuschauer, sich von all dem zu lösen.
Im weiteren Verlauf jedoch verliert sich die Handlung zunehmend in ihrer eigenen Komplexität: Die Rückblenden erweisen sich als weitaus unterhaltsamer als die eigentliche Geschichte in der Gegenwart. Selbst Rockwells starke Performance kann die Schwächen des Drehbuchs nur bedingt kaschieren. Das Fundament stimmt, doch die Geschichte bleibt inhaltlich unausgegoren. Der Film besitzt einen unerwarteten Twist, der aber nicht die intendierte Wirkung entfaltet, da nicht viel Zeit darauf verwendet wurde, die Beziehung zwischen den betreffenden Charakteren zu entwickeln. Im visuellen Finale dagegen fährt der Film noch einmal groß auf: Der dritte Akt beeindruckt mit spektakulären Bildern, das Ende lässt jedoch einige Fragen offen.
Fazit
Handwerklich überzeugt die Inszenierung von "Good Luck, Have Fun, Don't Die" auf ganzer Linie. Kreative Einfälle, ein gutes Tempo und zahlreiche popkulturelle Anspielungen sorgen dafür, dass die Sci-Fi-Komödie trotz erzählerischer Schwächen ein unterhaltsames Erlebnis bleibt.