Frau mit dem goldenen Händchen: Sie sucht den neuen James Bond

Premiere bei der 98. Oscarverleihung am 15. März 2026: Zum ersten Mal wurde ein Academy Award für das beste Casting vergeben. Endlich rückten die Menschen in den Vordergrund, die hinter den Kulissen das Schauspielensemble für einen Film zusammenstellen. Unter den ersten Nominierten im März war auch Nina Gold (59). Sie war für "Hamnet" im Rennen, verlor aber gegen Cassandra Kulukundis, die für "One Battle After Another" den Premieren-Oscar gewann.
Nina Gold gehört aber trotz ihrer Oscar-Niederlage zu den Größten in ihrer Branche. Kein Wunder also, dass Amazon MGM Studios ihr das Casting für den nächsten Darsteller des James Bond anvertraut hat. Wie das Branchenmagazin "Variety" gerade berichtete, soll die für 007 zuständige Produktionsfirma die renommierte Casting-Direktorin verpflichtet haben. Obwohl schon seit Daniel Craigs (58) letztem Auftritt als Bond in "Keine Zeit zu sterben" im Jahr 2021 Namen kursieren, hat das Casting für den neuen Darsteller des Agenten mit der Lizenz zum Töten erst jetzt offiziell begonnen.
Goldenes Händchen für Schauspieler
Nina Gold hat in der Branche den Ruf - und hier kommt man um ein Wortspiel nicht herum - ein goldenes Händchen für Darsteller zu besitzen. So wird ihr die Entdeckung von Stars wie Eddie Redmayne (für "Les Misérables"), Claire Foy ("The Crown") oder Daisy Ridley ("Star Wars") zugeschrieben.
Schon als sie in Cambridge studierte, arbeitete Nina Gold als Casterin. Ihr erster Job war ein Musikvideo von AC/DC, für das sie Statisten anheuerte.
1992 castete sie einen Werbespot für McDonald's, den Mike Leigh (83) inszenierte. Der unter anderem für "Happy-Go-Lucky" bekannte Regisseur verpflichtete sie nach ihrer Zusammenarbeit für die meisten seiner Filme.
Nina Gold entdeckte Jungstars für "Game of Thrones"
Nachdem sie für die Historienserie "Rom" das Casting verantwortet hatte, wendeten sich David Benioff und D. B. Weiss an sie. Für eine geplante Serie namens "Game of Thrones" sollte sie das Ensemble zusammenstellen. Für die spätere Kultserie entdeckte sie die Jungstars Bella Ramsey (22) und Maisie Williams (29), die damals in lokalen Theatergruppen auftraten. Später arbeitete Nina Gold an weiteren gefeierten Serien wie "The Crown", "Chernobyl" oder "Rentierbaby".
Nina Gold hat aber auch mit großen Filmfranchises Erfahrung. Für die dritte "Star Wars"-Trilogie fahndete sie nach Darstellern, genauso für den Ableger "Solo: A Star Wars Story". Auch für die "Jurassic World"-Reihe besetzte sie zwei Filme und castete für "Indiana Jones 5".
Zu den unzähligen anderen großen Werken mit der Beteiligung von Nina Gold gehören die Papstdramen "Die zwei Päpste" und "Konklave", "Wonka" mit Timothée Chalamet oder die "Paddington"-Filme. Für das Biopic "Back to Black" fand die Britin eine Darstellerin für die Rolle der verstorbenen Amy Winehouse.
Nun steht für Nina Gold aber ihr wohl schwerster Job an. Sie muss einen passenden Darsteller für das nationale Heiligtum James Bond finden.