"Ferris macht blau" feiert sein 40-jähriges Jubiläum

"Ferris macht blau" feiert sein 40. Jubiläum. Der Kultfilm mit Matthew Broderick in der Hauptrolle gilt heute als eine der besten und erfolgreichsten Komödien der 1980er Jahre.
von  (ili/ste/spot)
Matthew Broderick war für seine Rolle in "Ferris macht blau" für einen Golden Globe in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Komödie nominiert.
Matthew Broderick war für seine Rolle in "Ferris macht blau" für einen Golden Globe in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Komödie nominiert. © imago images/Mary Evans

Der Kultfilm "Ferris macht blau" feiert sein 40-jähriges Jubiläum. Die Komödie von Regisseur und Drehbuchautor John Hughes kam am 11. Juni 1986 in den USA in die Kinos und machte Hauptdarsteller Matthew Broderick (64) weltweit bekannt. Bis heute hat der Streifen großen Einfluss auf die Popkultur.

Sympathischer Schulschwänzer als Hauptfigur

"Ferris macht blau" spielt im Frühling in Chicago, und der kurz vor dem High-School-Abschluss stehende Ferris Bueller, gespielt von Matthew Broderick, hat genug vom Schulalltag. Er täuscht seinen Eltern und der Schulleitung vor, krank zu sein und nutzt den freien Tag für einen Ausflug durch die Stadt - gemeinsam mit seiner Freundin Sloane, dargestellt von Mia Sara (58), und seinem besten Kumpel Cameron, gespielt von Alan Ruck (69).

Warum der Film heute noch so gut funktioniert

Neben seinem zeitlosen Humor besticht der Film durch seine klare Prämisse, die sich auch auf die heutige Zeit übertragen lässt. Es geht um eine Haltung zum Leben. Ferris bringt sie selbst auf den Punkt: "Das Leben schreitet ziemlich schnell voran. Wenn man nicht ab und zu stehen bleibt und sich umsieht, verpasst man es."

Diese Aussage ist der emotionale Kern des Films. Regisseur John Hughes verpackt sie nicht als große Moralkeule, sondern präsentiert sie als beiläufigen Gedanken eines Teenagers.

Ferris und Cameron als gegensätzliche Freunde

Auch wenn der Film Ferris Bueller im Titel trägt, ist es eigentlich sein bester Freund Cameron, der die größte Entwicklung durchmacht. Ferris ist von Anfang an selbstsicher, charmant und scheinbar unantastbar. Cameron dagegen steht unter dem Druck seines wohlhabenden, emotional distanzierten Vaters und zweifelt ständig an sich selbst.

Der gemeinsame Tag in Chicago wird für ihn zum Wendepunkt. In der legendären Szene mit dem geliehenen Ferrari fasst er erstmals den Entschluss, sich nicht länger von Angst und Erwartungen bestimmen zu lassen. "Ferris macht blau" ist auch eine Coming-of-Age- und Emanzipationsgeschichte.

Soundtrack & Kulisse

Der Kultstatus von "Ferris macht blau" ist eng mit seinem Soundtrack verbunden. Die Musik prägt Stimmung und Rhythmus des gesamten Tages - vom ausgelassenen Straßentrubel bis zu ruhigeren Momenten im Museum. Die Beatles-Version von "Twist and Shout" in der berühmten Parade-Szene und Yellos "Oh Yeah" während der Ferrari-Fahrt gehören zu den musikalischen Markenzeichen des Films.

Gleichzeitig wird die Stadt Chicago selbst zur Kulisse mit Wiedererkennungswert. John Hughes drehte bewusst an realen Orten wie dem Art Institute of Chicago, in der Innenstadt und im Baseballstadion der Chicago Cubs. Das verleiht dem Film ein Freiheitsgefühl, das im Gegensatz zum engen Klassenzimmer oder sterilen Studio-Szenen steht.

Popkultureller Einfluss und John Hughes' Handschrift

Ein wichtiges Stilmittel des Films ist das Durchbrechen der vierten Wand. Die Hauptfigur spricht hier direkt die Kamera bzw. die Zuschauer an. Diese Technik wurde später auch in Filmen wie "Deadpool" oder der Erfolgsserie "House of Cards" verwendet.

Typisch für John Hughes ist der respektvolle Blick auf seine jungen Figuren. Erwachsene erscheinen in "Ferris macht blau" meist überfordert oder lächerlich - besonders der fanatisch ermittelnde Schuldirektor. Autorität wird nicht offen bekämpft, sondern spielerisch unterlaufen. Hughes' Stärke liegt darin, den Leistungsdruck und die Erwartungen an junge Menschen sichtbar zu machen.

2020 gab es eine Reunion - zumindest per Video-Call

Im Jahr 2020 - also 34 Jahre nach dem Kinostart - kam es zu einer besonderen Wiedervereinigung des Ensembles: In der Webshow "Reunited Apart with Josh Gad" traf sich der Cast von "Ferris macht blau" zu einer virtuellen Reunion. Mit dabei waren unter anderem Matthew Broderick und Alan Ruck, später schalteten sich auch Mia Sara und Jennifer Grey hinzu, die im Film Ferris' Schwester Jeanie spielte.

In dem rund 45-minütigen Gespräch erinnerten sich die Schauspieler an einige Anekdoten vom Dreh - unter anderem an den berühmten Ferrari, dem sie am Set nicht zu nahekommen durften. Gefahren wurde lediglich eine Attrappe. "Es war ein Ford, auf den eine Plastik-Ferrari-Karosserie geklebt war", erzählte Broderick lachend.

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Neue Abenteuer warten

Matthew Broderick und Alan Ruck standen im vergangenen Jahr wieder gemeinsam vor der Kamera - "Deadline" berichtetete im Mai 2025 über das Filmprojekt "The Best Is Yet to Come". Ein offizieller Kinostart wurde bislang noch nicht bekanntgegeben; mehrere Branchenquellen führen den Film weiterhin mit "TBA" bzw. ohne festes Veröffentlichungsdatum. Einige Datenbanken ordnen ihn dem Produktionsjahr 2026 zu.

Die Vorlage liefert die französische Komödie "Le meilleur reste à venir" (2019), die 2023 unter dem Titel "Das Beste kommt noch!" mit Til Schweiger in der Hauptrolle auch in Deutschland erschien. Darin brechen zwei grundverschiedene Freunde nach einem Missverständnis zu einem Roadtrip auf, um ihre Freundschaft und das Leben zu feiern...

Den Teenie-Kultfilm "Ferris macht blau" gibt es bei Paramount+ Deutschland, über die Kanäle Apple, Sky, Magenta, Freenet, Paramount+, Rakuten, Maxdome und Wow zu sehen.

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