Faszinierend und erschreckend: Der Dokumentarfilm "Watermark"

Ein Dokumentarfilm zeigt auf der Berlinale, welchen verheerenden Einfluss der Mensch auf die Wasserresourcen der Welt hat.
| Michael Stadler
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Aus einer einst fruchtbaren Gegend ist eine Einöde geworden: Das Colorado-Delta in Mexiko.
Edward Burtynsky/Berlinale Aus einer einst fruchtbaren Gegend ist eine Einöde geworden: Das Colorado-Delta in Mexiko.

Von schockierender Schönheit: Jennifer Baichwal und Edward Burtynskys Dokumentarfilm "Watermark"

Auf der Berlinale bekommen auch Dokumentarfilmer ihren (berechtigten) großen Auftritt: Eine Ansage aus dem Off, dann pompöse Musik und in das große Kino im Haus der Berliner Festspiele schreiten unter Scheinwerferlicht die Regisseure Jennifer Baichwal und Edward Burtynsky sowie die Produzenten des Films "Watermark". Applaus brandet auf, die Filmemacher dürfen sich setzen - ein Auftritt, wie er sonst nur Leuten wie George Clooney genehmigt wird.

Großartig sind auch die Bilder dieser Doku, die den Fotografen Burtynsky, der eben auch mit-inszeniert hat, bei seinen Reisen rund um den Globus begleitet: zu Orten, wo die Rolle von Wasser, auch das Fehlen von Wasser vor Augen tritt. Bestürzend sind die Bilder des ausgetrockneten Colorado-River-Deltas in Mexiko: Hier sind mal Fische geschwommen, meint eine Frau, die einst dort gewohnt hat, ihr Gesicht so zerfurcht im Kleinen wie die Landschaft im Großen. Das Wasser des Colorado-Flusses wurde abgezwackt, zur Nutzung im künstlich hergestellten, landwirtschaftlich genutzten Imperial Valley in Kalifornien. So sorgt der Mensch für die Dürre in einer einst fruchtbaren Gegend - und was für Krater-Muster im Boden dabei entstehen, ist von furchtbarer Schönheit.

Der Film mäandert zwischen Schauplätzen, zeigt Regionen in Asien, wo das Wasser vergiftet wird, riesige Dämme in China im Großformat, quadratische Landflecken in Texas aus der Vogelperspektive, führt nach Island, wo Urlauber in den heißen Quellen baden, zum Ganges, wo eine gigantische Menschenmasse sich von Sünden reinwäscht. Zwischendurch sieht man den Fotografen Burtynsky bei der Arbeit, was den Film eher etwas verwässert, aber ansonsten ist es angenehm, wie frei die Regisseure einem die Sicht auf die Dinge lassen, auch wenn sich eine ökologische Botschaft aufdrängt: Wie gehen wir Menschen eigentlich mit dem Wasser um?!

Da sieht man einen Surf-Wettbewerb in den USA, die Männer im Wasser, und dann erst die riesige Menschenmasse, die am Strand auf den Sieger des Wettbewerbs wartet. Und dahinter wartet die Großstadt. Der Wahnsinn der Urbanisierung. Und großer Applaus am Ende der Vorführung, auch von Claudia Roth, die sich einen Kinoausflug auf die Berlinale gegönnt hat.

 

 

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