Ergreifende Film-Doku: Die irrwitzige Hatz aufs wilde Tier

Höchst emotional zeigt die Film-Doku "On the Wild Side - Weltweit gegen die Jagd" das bloße Abknallen um der Trophäe willen.
| Margret Köhler
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Schüsse nicht nur im Wilden Westen: Bisonbaby in Nordamerika.
Schüsse nicht nur im Wilden Westen: Bisonbaby in Nordamerika. © Mindjazz Pictures

Warum tötet ein Mensch aus Spaß und Unterhaltungslust Tiere? Allein in Afrika lassen sich mehr als 18.000 betuchte Ausländer das Töten von mehr als 100.000 Wildtieren eine Stange Geld kosten. Ein Geschäft so profitabel wie Waffen- und Drogenhandel. Und vor die Flinte kommen alle, vom Elefanten über den Leoparden und Löwen bis hin zu Zebras.

Woher kommt der Kick am Abknallen?

Wenn man den Kadaver eines Breitmaulnashorns ohne Horn und Augen sieht, die grinsenden Schlächter in Siegerpose hinter ihren Trophäen, denen noch das Blut aus dem Maul sickert, spürt man Wut und Abscheu.

Giacomo Giorgis in Kapitel aufgeteilter Dokumentarfilm beeindruckt durch Bilder aus der ganzen Welt und fragt, was treibt diese Gestalten an, woher kommt der Kick am Abknallen, was sind die Gründe für die gesellschaftliche Akzeptanz des Jagens, für die Macht der Jagd-Lobby auf die Politik?

Auf der anderen Seite stehen Aktivisten und Einzelpersonen, die diesen Wahn beenden möchten - oft von Wilderern und Jägern massiv bedroht und unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Ob in Australien oder Nordamerika, Afrika oder auch Europa, in keinem Kontinent sind Tiere sicher vor dieser Spezies Mensch, egal ob an Land, im Meere oder in der Luft.

EU-Parlamentarier Eck: "Wir rennen gegen Betonwände"

Einige behaupten gar ganz treuherzig, Tiere zu lieben und sie deshalb besitzen zu wollen. Was wohl in eine sehr spezielle Realitätsblindheit gehört, wenn man betrachtet, wie Grizzlys verenden, das Blut der Wale das Meer rot färbt oder Seehundbabys verzweifelt nach ihrer Mutter schreien.

Experten, Wissenschaftler, Aktivisten aus Anti-Wilderer-Gruppen, Jagdsaboteure oder Ethik-Organisationen erklären umfassend ihre Position, zeigen auch die Schäden aus ökologischer Sicht. Manchmal wirken ihre Pläne, die Welt zu einem "besseren Platz zu machen" etwas naiv. Aber irgendwo muss man ja anfangen, auch wenn der deutsche EU-Parlamentarier Stefan Eck bitter resümiert: "Wir rennen gegen Betonwände."

"On the Wild Side" ist hoch emotional inszeniert

Und es sind nicht nur so genannte Entwicklungsländer aus finanzieller Not an der lukrativen Jagd beteiligt, auch reiche Nationen wie Kanada drehen kräftig am Rad. Ganz schlimm steht es um die biologische Vielfalt im Meer, ohne drastische Maßnahmen könnte in wenigen Generationen ein Viertel der bekannten Arten ausgestorben sein. Gegen die Ausrottung kämpft die Meeresschutzorganisation Sea Sheperd mit einer eigenen Flotte an.

"On the Wild Side" ist hoch emotional inszeniert und leugnet nicht seine Subjektivität für den Schutz der Tiere. Und das ist gut so. Nach USA und Spanien mischen übrigens deutsche Jäger ganz vorne bei der internationalen Jagd auf geschützte und gefährdete Arten mit.


Premieren-Stream ab heute, 20 Uhr, für 48 Stunden auf www.eventbride.com, Ticket 11,83 Euro; Filmgespräch und Austauschmöglichkeit mit dem Sea Shepherd Team Deutschland am Freitag ab 20 Uhr via Zoom. Fragen können über die Chat-Funktion gestellt werden. Ab Freitag regulärer Start über gängige Plattformen wie Amazon, iTunes, Google Play u.a.

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