Erben mit Folgen: Glen Powell trägt "How to Make a Killing" mit Charme

Glen Powell (37) war gerade einmal ein Teenager, als er 2003 in "Spy Kids 3-D: Game Over" erstmals auf der Leinwand zu sehen war. In den Jahren danach hielt er seine Karriere mit kleineren Rollen am Leben, ohne den ganz großen Wurf zu landen. Das änderte sich 2022, als er in "Top Gun: Maverick" an der Seite von Tom Cruise (63) zu sehen war - eine Rolle, die seine Karriere von Grund auf veränderte. Seitdem gilt Powell als einer der gefragtesten Hauptdarsteller Hollywoods.
Mit der romantischen Komödie "Wo die Lüge hinfällt" landete er 2023 einen weiteren Erfolg und spätestens mit dem Katastrophenfilm "Twisters" (2024) war sein Status als Leading Man gefestigt. Jetzt steht Powell erneut im Rampenlicht: In "How to Make a Killing: Todsicheres Erbe", der am 9. April in den deutschen Kinos startet, liefert er eine Performance ab, die ebenso charmant wie verstörend ist. Der Film kann in puncto Unterhaltung ebenfalls voll überzeugen.
Darum geht's in dem Film
Becket Redfellow (Glen Powell) führt ein scheinbar zufriedenes Leben - wären da nicht die 28 Milliarden Dollar, die er für sein rechtmäßiges Erbe hält. Denn seine Mutter Mary Redfellow (Nell Williams) wurde einst von ihrem Vater, dem Patriarchen Whitelaw Redfellow (Ed Harris), vor eine grausame Wahl gestellt: Abtreibung oder Verbannung aus der Familie. Mary entschied sich für ihr Kind - und für ein Leben in Armut. Jahrzehnte später fordert sie ihren Sohn auf dem Sterbebett auf, sich das zu nehmen, was ihm zusteht. Becket, charmant und ehrgeizig, lässt sich das nicht zweimal sagen.
Zwischen ihm und dem Familienvermögen stehen allerdings sieben Verwandte, bis diese nach und nach auf mysteriöse Weise "Unfällen" zum Opfer fallen. Während Becket seinem Ziel immer näherkommt, muss er zugleich den Erwartungen von Ruth (Jessica Henwick) gerecht werden und sich den verführerischen Annäherungsversuchen seiner Jugendliebe Julia (Margaret Qualley) widersetzen.
Der Streifen weist ein hohes Tempo auf
"How to Make a Killing" erzählt keine völlig neue Geschichte, denn die Handlung ist inspiriert von dem Film "Adel verpflichtet" aus dem Jahr 1949. Doch Regisseur John Patton Ford verleiht der Vorlage einen modernen, frischen Anstrich. Ihm gelingt es, die Geschichte geschickt in Rückblenden zu erzählen und dennoch durchgehend Spannung zu erzeugen. Die gesellschaftskritischen Untertöne bleiben subtil, ohne belehrend zu wirken, trotzdem kommt die Botschaft klar beim Publikum an.
Das Tempo bleibt stetig hoch, es gibt nur selten langatmige Momente, in denen der Film stockt. Besonders in den ersten beiden Dritteln zeigt der Film seine ganze Stärke: Beckets perfide Pläne sind zugleich bitterböse und unterhaltsam. Die "Unfälle" seiner Verwandten sind so kreativ inszeniert, dass man sich schlecht dabei fühlt, über ihr Unglück zu lachen. Ford gelingt dabei die Balance zwischen Humor und Drama. Im letzten Akt geht dem Film etwas die Puste aus, vor allem die Auseinandersetzung mit Whitelaw Redfellow enttäuscht - sie ergibt einfach nicht viel Sinn.
Film punktet durch hervorragende Besetzung
Die Darstellerriege spielt auf hohem Niveau, allen voran Glen Powell, der erneut eindrucksvoll zeigt, weshalb er zu Hollywoods gefragtesten Leading Men zählt. Mit viel Charme und Humor spielt er seine eigene Variation von Patrick Bateman aus "American Psycho", ohne dabei die menschlichen Züge seines Charakters Becket zu vernachlässigen. Trotz seines skrupellosen Plans bleibt er eine faszinierende Figur, mit der die Zuschauer mitfühlen.
Auch die Nebenrollen sind stark besetzt: Margaret Qualley spielt Beckets Jugendliebe Julia mit einer Mischung aus Südstaaten-Charme und unterschwelliger Gefahr - der Zuschauer weiß zu keinem Zeitpunkt, was sie vorhat. Auch Charakterdarsteller Bill Camp glänzt in seinen Szenen. Hollywood-Veteran Ed Harris, obwohl nur kurz zu sehen, ist gewohnt souverän. So auch Jessica Henwick als Ruth - eine Figur, die allerdings mehr Leinwandzeit verdient gehabt hätte.
Fazit
"How to Make a Killing" bietet gute Unterhaltung, auch wenn das hohe Tempo gegen Ende etwas nachlässt. Trotz eines leicht enttäuschenden Finales überzeugt der Film dank seiner starken Besetzung, angeführt von Glen Powell.