"Eiserne Wildnis": Brad Pitt überzeugt im Überlebenskampf
Brad Pitts (62) neuer Film "Eiserne Wildnis - Heart of the Beast" kommt am 24. September in die deutschen Kinos. Für den 62-Jährigen ist es der erste von zwei Filmen, die in diesem Jahr mit ihm starten. Am 25. November soll "The Further Mis-Adventures of Cliff Booth" folgen. Darin übernimmt Pitt erneut die Rolle des Cliff Booth, für deren Darstellung er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
In "Heart of the Beast" spielt der Schauspieler einen ehemaligen Elitesoldaten, der sich gemeinsam mit seinem Militärhund Odin zur Ruhe gesetzt hat. Beide haben die Herausforderungen des Krieges gemeinsam durchlebt. Das Überlebensdrama verleiht dem Genre zwar keine neuen Impulse, lebt jedoch von Pitts Präsenz als waschechter Filmstar.
Darum geht's in "Eiserne Wildnis"
Der ehemalige Special-Forces-Offizier James Belmont (Pitt) will nach den Schrecken des Krieges ein ruhigeres Leben führen. Zusammen mit seinem treuen Militärhund Odin (hört eigentlich auf den Namen Uber), der ihm schon im Krieg zur Seite stand, reist er in die entlegene Wildnis Alaskas.
Zunächst scheint der Ausflug trotz der klirrenden Kälte problemlos zu verlaufen. Doch auf dem Rückflug erleidet Belmont einen Herzinfarkt und stürzt mit dem Flugzeug ab. Plötzlich beginnt ein Kampf ums Überleben: Nicht nur extreme Wetterbedingungen machen ihm und Odin zu schaffen, auch die Gefahren der Wildnis werden zur Bedrohung.
Der Film erinnert an "I Am Legend"
"Eiserne Wildnis - Heart of the Beast" weist Parallelen zu "I Am Legend" auf. In dem Science-Fiction-Film von 2007 verkörperte Will Smith (57) den letzten Menschen in New York. Gemeinsam mit seinem Schäferhund Sam durchstreifte er die verlassene Metropole auf der Suche nach weiteren Überlebenden. Auch James Belmont ist von der Außenwelt abgeschnitten und ganz auf sich allein gestellt, allerdings nicht in einer menschenleeren Stadt, sondern in der unbarmherzigen Wildnis Alaskas.
Zwar ist der ehemalige Soldat nicht der letzte Überlebende der Menschheit, doch der Kontakt zur Zivilisation ist abgerissen. Für sein Überleben muss er auf die Fähigkeiten zurückgreifen, die er beim Militär erlernt hat. Und auf Militärhund Odin: Der Hund bleibt an seiner Seite und wird zu Belmonts wichtigstem Gefährten. Die Beziehung zwischen den beiden gehört zu den stärksten Aspekten des Films. Sie berührt den Zuschauer, wirkt aber auch emotional manipulativ.
Zweite Hälfte verliert an Tempo
Das Drama erzeugt von Beginn an eine dichte und bedrückende Stimmung. David Ayer rückt die unberechenbare Natur ins Zentrum und inszeniert ihre Gefahren so eindringlich, dass manche Szenen für Gänsehaut sorgen. Die Zuschauer können sich gut in Belmonts Lage hineinversetzen und nachvollziehen, wie verzweifelt sein Überlebenskampf ist. Die Kameraarbeit ist hervorragend und liefert fantastische Bilder ab.
Besonders eindringlich ist eine Szene, in der Pitt ins eisige Wasser stürzt und von der Strömung mitgerissen wird. Seine größte Schwäche offenbart der Film jedoch in der Handlung: Die Geschichte ist vorhersehbar und bietet nur wenig, was man nicht bereits in ähnlicher Form gesehen hätte. Nach einer starken ersten Hälfte verliert das Geschehen im zweiten Teil an Tempo. Das ist zwar durch die Geschichte bedingt, bremst den Film aber merklich aus. Der Schluss nimmt noch einmal Fahrt auf, doch der große Showdown ist vorbei, bevor er seine volle Wirkung entfalten kann.
Stark: Brad Pitt als Ex-Soldat
Brad Pitts Performance ist zweifellos die größte Stärke des Films. Die gesamte Handlung wird von seiner schauspielerischen Leistung getragen. Abgesehen von zwei weiteren Charakteren, die von J.K. Simmons (71) und Anna Lambe (25) verkörpert werden, ist Pitt die einzige menschliche Figur im Film. Diese One-Man-Show funktioniert nur, weil Pitt ein echter Filmstar ist. Gerade in den stillen Momenten zeigt sich, wie viel Tiefe er dem Film allein durch seine Präsenz verleiht.
Fazit
"Eiserne Wildnis" ist ein solides Überlebensdrama, das vor allem von Brad Pitts überzeugender Leistung lebt. Besonders beeindruckend ist jedoch Uber: Als Militärhund Odin wird er den einen oder anderen Zuschauer sicherlich zum Weinen bringen. Gäbe es bei den Oscars eine Kategorie für tierische Darsteller, wäre ihm der Preis vermutlich sicher.
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