"Der geheime Garten" neu im Kino: Farbenmacht und Pracht

"Der geheime Garten" in der Kino-Kritik: Die wunderbare Verfilmung schafft es, die Waage zwischen Fantasie und Realismus zu halten.
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Blumenmeer und Mädchen: Dixie Egerickx in "Der geheime Garten".
Blumenmeer und Mädchen: Dixie Egerickx in "Der geheime Garten". © Studiocanal

Vom farbenprächtigen Palast in Indien ins düstere Herrenhaus im nebligen England: Das Los für die zehnjährige Mary (Dixie Egerickx) ist kein einfaches. Nach dem Tod ihrer Eltern übernimmt ihr Onkel (Colin Firth) eher widerwillig die Vormundschaft. So hat sie jetzt nicht nur unter der britischen Tristesse zu leiden, sondern auch unter dem Desinteresse der Erwachsenen. Und dann ist da auch noch dieses unheimliche Wehklagen in der Nacht. Ein guter Neuanfang sieht anders aus.

Digitale Bildtechnik erweitert den Fantasieraum

Mit "Der geheime Garten" hat sich Marc Munden dem gleichnamigen Roman von Frances Hodgson Burnett angenommen. Damit ist er nicht der Erste. Das Buch von 1911 wurde bereits mehrere Male verfilmt und bekam sogar seine eigene Musical-Adaption. Ist es da sinnvoll, noch eine Version draufzusetzen? Selbst wenn man weder den Roman, noch seine bisherigen Verfilmungen kennt, lautet die Antwort: Ja. Und nicht nur wegen der jetzt passend eingesetzten digitalen Bildtechnik, die den Fantasieraum erweitern kann.

Buntes und detailreiches Design

Bei ihren Erkundungstouren trifft Mary ihren ersten Freund in Gestalt eines Hundes. Durch ihn entdeckt sie das genaue Gegenstück zum düsteren Landsitz: einen abgeschirmten Garten, der sie mit seiner farbenprächtigen und überlebensgroßen Flora in seinen Bann zieht. Als Zuschauer geht es einem da nicht anders. Selbst in der heutigen von Computer-Technik übersättigten Kino-Epoche bringt einen das bunte und detailreiche Design ins Staunen.

Traumatisierter Vater schottet seinen Sohn ab

Mary ist nicht das einzige Kind, das in den dunklen Gemäuern lebt. Es gibt noch ihren Cousin Colin (Edan Hayhurst), ein vermeintlich todkranker Junge, den sein Vater von der Außenwelt abschottet. Der Tod seiner Frau hat diesen so traumatisiert, dass er seine ganze Trauer und Fürsorge auf seinen Sohn projiziert. Nach holprigem Kennenlernen führt sie ihn in den Garten ein, wo auf einmal wundersame Heilungskräfte wirken.

"Der geheime Garten": Kindgerechte Aufarbeitung schwieriger Themen

Bei "Der geheime Garten" handelt es sich nicht einfach um einen Familienfilm in schönen Farben. Es geht auch um die Verarbeitung von Trauer und Traumata, mit denen sich die Hauptfiguren auseinandersetzen müssen.

Der Film schafft es, dieses Thema kindgerecht aufzuarbeiten und gleichzeitig dem Ernst gerecht zu werden. Für allzu junge Zuschauer wird das stellenweise vielleicht etwas unverständlich (und unheimlich). Für alle anderen ist "Der geheime Garten" ein Kinoerlebnis, das es schafft, wunderbar die Waage zwischen Fantasie und Realismus zu halten. Und eine gute Gelegenheit, im Herbst ein paar Frühlingsfarben zu tanken.


Kinos: Cinemaxx, Leopold, Mathäser, Rio, Royal sowie Museumslichtspiele (OV), Regie: Marc Munden (GB, USA, F, 100 Minuten)

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