Das sind die Kino-Tipps im Dezember

Ein verfluchtes Videospiel, ein verfluchtes Ehepaar und ein verflucht heiß ersehnter neuer "Star Wars"-Streifen - die Kino-Tipps im Dezember haben es in sich.
| (stk/spot)
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen

Trauernde Geister, Gefangene in einem actiongeladenen Spiel, deutsches Herzschmerz-Kino und moderne griechische Mythologie. Im Dezember versüßt leidenschaftlichen Kinogängern ein buntes Angebot an Filmen die Advents- und Weihnachtszeit.

Moment, fast vergessen... dann wäre da ja auch noch der achte Teil einer nicht ganz unbekannten Sternen-Saga, der ab dem 14. Dezember den einen oder anderen Cineasten raus in die Kälte und rein ins Kino treiben könnte. Dieses "Star Wars"...

"A Ghost Story", 7. Dezember

Die ersten sechs Teile von "Star Wars" gibt es in dieser Box zu kaufen

Es geschieht plötzlich und unerwartet. C (Casey Affleck) kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch kurz darauf kehrt sein Geist zurück. Der Illusion verschrieben, seiner Frau M (Rooney Mara) bei ihrem Verlust beizustehen, muss er feststellen, dass er in seiner neuen Gestalt, losgelöst von jeglicher Zeit, existiert. Als passiver Beobachter ist er gezwungen, dabei zuzusehen, wie die Frau, die er liebte, in eine neue Zukunft entschwindet. Unfähig seine Situation zu akzeptieren, vergehen Tage, Wochen, sogar Jahre. Bis C verzweifelt erkennt, dass er womöglich für immer an dieses Dasein gefesselt sein wird.

Einschätzung: Mit Casey Affleck und Rooney Mara wurden die denkbar besten Schauspieler gefunden, um diese reduzierte und ungewöhnliche Liebesgeschichte umzusetzen. Beide sind für ihr oft melancholisches Spiel bekannt, beiden sind die Oscars dafür nicht fremd - Affleck gewann für "Manchester By The Sea", Mara war bereits zweifach nominiert ("Verblendung" und "Carol"). Der Plot erinnert an "Ghost - Nachricht von Sam", die Bilder eines klischeehaften Schreckgespensts in weißem Bettlaken wie Klamauk. Ob und wenn ja wie das alles zusammenpassen kann, können interessierte Kinogänger am dem 7. Dezember erfahren.

"Star Wars: Die letzten Jedi", 14. Dezember

Für Rey (Daisy Ridley) hat der steinige Weg zur Erlangung der Macht gerade erst begonnen. Den Schergen der Ersten Ordnung um Kylo Ren (Adam Driver) knapp entkommen, will sie von Luke Skywalker (Mark Hamill) alles lernen, was einen Jedi-Ritter ausmacht. Doch der Held vergangener Tage ist von ihrem immensen Potenzial eher abgeschreckt als ermutigt, ihr zu helfen. Ohne Skywalker und Rey droht der Widerstand unweigerlich vernichtet zu werden - und mit ihm Lukes Schwester, Prinzessin Leia.

Einschätzung: Schon jetzt ist klar: Irgendetwas scheint Regisseur Rian Johnson goldrichtig gemacht zu haben - sonst hätte ihm das mit Regisseuren nicht gerade zimperlich umgehende Filmstudio wohl nicht die Verantwortung für die angekündigte, brandneue "Star Wars"-Trilogie gegeben. Die Trailer zu "Die letzten Jedi" erinnern von der Tonalität stark an "Das Imperium schlägt zurück", für viele Fans noch immer der beste Teil der Saga. J.J. Abrams musste für "Das Erwachen der Macht" jedoch die verständliche Kritik hinnehmen, er habe sich zu stark an der alten Trilogie orientiert. Hoffentlich wiederholt Johnson diesen Fehler nicht.

"Jumanji: Willkommen im Dschungel", 21. Dezember

Als sie eine alte Spielkonsole zusammen mit einem Videospiel, von dem sie noch nie gehört haben, entdecken, werden vier Teenager in die Dschungelwelt des Spiels hineingestoßen - hinein in die Körper ihrer ausgewählten Avatare, die von Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart und Karen Gillan gespielt werden. Schnell finden sie heraus, dass man Jumanji nicht einfach nur spielt, sondern dass Jumanji auch mit einem spielt. Dabei müssen sie das gefährlichste Abenteuer ihres Lebens auf sich nehmen - andernfalls bleiben sie für immer im Spiel gefangen...

Einschätzung: Ein aufgepumpter Action-Held, ein hübscher Blickfang in knappem Outfit... auf den ersten Blick haben die Figuren aus "Jumanji: Willkommen im Dschungel" nicht viel mit jenen aus dem Original zu tun. Statt erneut Kinder zu den Hauptfiguren zu machen, entschied man sich für erwachsene Helden, die den gängigen Charakteren moderner Videospiele ähneln und als Avatare der Kids dienen. Ob das für Fans des ersten Teils funktioniert, die inzwischen ja selbst alle erwachsen sind, bleibt abzuwarten. Der Sprung vom magischen Brettspiel hin zu einer zeitgenössischen "Jumanji"-Variante wurde so jedenfalls geschickt genutzt, um Weltstars wie Johnson, Jack Black oder Kevin Hart ins Action-Boot zu holen.

"Dieses bescheuerte Herz", 21. Dezember

Lenny (Elyas M'Barek) genießt das Leben in vollen Zügen. Er wohnt in der Villa seines Vaters, verschwendet dessen Geld und hält sich für einen Lebenskünstler. In einer tristen Hochhaussiedlung in München liegt dagegen der 15-jährige David (Philip Noah Schwarz) im Bett und versucht zu atmen. David ist seit seiner Geburt herzkrank, ob er seinen 16. Geburtstag feiern wird, kann ihm niemand sagen. Diese zwei Welten prallen aufeinander, als der Vater von Lenny (Uwe Preuss), ein Herzspezialist, seinen Sohn dazu verpflichtet, sich um seinen Patienten David zu kümmern: David kennt hauptsächlich Operationssäle, Lenny kennt jeden Club in der Stadt. Um bequem davonzukommen, hilft er David vorerst bei den simplen Dingen, die der Junge unbedingt noch erleben möchte: coole Klamotten kaufen, lange wach bleiben, ein Mädchen küssen.

Einschätzung: Rührend oder rührselig? Auf dem schmalen Grat dieser beiden Begrifflichkeiten wandelt sicherlich "Dieses bescheuerte Herz". "Das Beste kommt zum Schluss" trifft zumindest auf dem Papier auf "Ziemlich beste Freunde", ein Mengenrabatt für Taschentücher kann unter Umständen am Kinoeingang ausgehandelt werden. Richtig gemacht, das perfekte Emotions-Kino für die kalte Jahreszeit. Etwas fürs Herz eben - ob nun bescheuert oder nicht.

"The Killing Of A Sacred Deer", 28. Dezember

Steven (Colin Farrell) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und verheiratet mit der Augenärztin Anna (Nicole Kidman). Mit ihren beiden Kindern Bob und Kim leben sie in einem schönen Haus in einem idyllischen Vorort - eine perfekte Familie. Doch unter der makellosen Oberfläche beginnt es zu brodeln, als der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Der Teenager aus einfachen Verhältnissen freundet sich mit Steven an und versucht ihn mit seiner Mutter zu verkuppeln. Als sein Plan scheitert, belegt er Stevens Familie mit einem Fluch.

Einschätzung: Horror trifft auf Thriller trifft auf Mystery: Der Titel "The Killing Of A Sacred Deer" deutet bereits an, dass es im neuen Film von Colin Farrell und Nicole Kidman übersinnlich zugehen wird - er bezieht sich auf die griechische Mythologie um Iphigenie und ihren Vater Agamemnon, der für die Tötung eines Hirsches von Jagd-Gott Artemis bestraft wurde. Leichte Kost ist der Film von Giorgos Lanthimos sicherlich nicht, nicht zuletzt aufgrund des herausragenden Casts aber einen Blick für Fans schaurig-spannender Unterhaltung wert.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren