Corona-Krise: Wie steht es um die Filmfestspiele von Cannes?

Am 12. Mai hätten die diesjährigen Filmfestspiele von Cannes beginnen sollen. Doch die Corona-Krise verhindert das Schaulaufen der Stars an der Croisette. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?
| (cam/spot)
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Brad Pitt (v.l.), Leonardo DiCaprio, Quentin Tarantino und Margot Robbie sorgten 2019 für Hollywood-Glanz in Cannes.
Featureflash Photo Agency/Shutterstock.com Brad Pitt (v.l.), Leonardo DiCaprio, Quentin Tarantino und Margot Robbie sorgten 2019 für Hollywood-Glanz in Cannes.

Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes gehören jedes Jahr zu den bedeutendsten Ereignissen der Kinobranche. Dieses Jahr findet das Schaulaufen der Stars an der Croisette aber nicht wie geplant statt. Das für 12. bis 23. Mai angesetzte Filmfestival an der französischen Côte d'Azur musste aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte des Filmfestivals, dass das passiert. Wie sieht der Plan nun aus?

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Ende März haben die Veranstalter des Filmfestivals von Cannes verkündet, dass die Großveranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie nicht am ursprünglichen Termin Mitte Mai festhalten kann und aufgrund dessen verschoben wird. Zunächst wurde mit einem Nachholtermin Ende Juni bzw. Anfang Juli geliebäugelt. Doch Mitte April wurde dieser Plan nach einem offiziellen Statement von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) zunichte gemacht. Die neuen Auflagen besagten, dass "große Festivals und Veranstaltungen mit großem Publikum frühestens Mitte Juli stattfinden können".

Daher sei die angedachte Verschiebung auf Ende Juni bzw. Anfang Juli "keine Option mehr", wie es von Festival-Seite schließlich hieß. Es werde schwierig, das Festival "in seiner ursprünglichen Form" abzuhalten. Gemeinsam mit französischen und internationalen Vertretern der Filmbranche werden Alternativen besprochen und geprüft: "Wir hoffen, dass wir bald bekanntmachen können, in welcher Form Cannes 2020 stattfinden wird."

Ist ein digitales Festival eine Option?

Thierry Frémaux (59), der künstlerische Leiter von Cannes, erklärte Mitte April in einem Interview, dass er (noch) nicht bereit sei, die Filmfestspiele für das Jahr 2020 komplett abzusagen. Die Zukunft sei "ungewiss". Doch in einem neuen Interview, dass am Vorabend des ursprünglichen Auftakts veröffentlicht wurde, schlägt der 59-Jährige andere Töne an: "Unter diesen Umständen ist eine physische Ausgabe von Cannes 2020 schwer vorstellbar, daher müssen wir etwas anderes tun."

Für ihn könne Cannes nur in seiner ursprünglichen Form stattfinden, "mit den Stars, der Öffentlichkeit, der Presse und den Profis". Die offizielle Filmauswahl für die 73. Ausgabe werde dennoch Anfang Juni verkündet. "Sobald wir die Liste bekannt gegeben haben, ist es das Ziel, Veranstaltungen in Kinos zu organisieren." Eine Jury oder gar Preisvergabe wird es jedoch nicht geben. Der diesjährige Jurypräsident Spike Lee (63) soll - wenn es zeitlich möglich ist - im Jahr 2021 erneut zur Verfügung stehen.

Ein rein digitales Filmfestival schloss Thierry Frémaux bereits im April aus. Damals sagte er: "Wenn ein Film an der Croisette gezeigt wird, erhält er Applaus, er wird belohnt, verkauft, gekauft und vertrieben."

Dennoch wird es Marché du Film online geben, vom 22. bis 26. Juni 2020. Dabei handelt es sich um einen "eigenständigen Online-Markt, der geschaffen wurde, um die internationale Filmindustrie zu unterstützen und Fachleuten zu helfen". Es werden Online-Screenings möglich sein und auch Vertragsverhandlungen können via Videokonferenzen stattfinden. Dieser Online-Markt ist aber rein für die Profis. "Es ist kein Festival", stellt Frémaux auch Mitte Mai noch einmal klar.

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