„Copper Notes of a Dream“: Mit Wut im Bauch

Der Dok.fest-Preis der SOS-Kinderdörfer geht an „Copper Notes of a Dream“  
| Margret Köhler
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Eine Kindheit im Syrienkrieg.
DokFest Eine Kindheit im Syrienkrieg.

Bilder, die ins Mark treffen aus einem Vorort von Damaskus: Kinder laufen durch Trümmerlandschaften, sehen klein und verletzlich aus in den riesigen Ruinen. Eines von ihnen ist der zehnjährige Malook, der es sich in den Kopf gesetzt hat, Sänger zu werden. Mit seiner Schwester plant er ein Konzert mit professionellen Musikern und lässt sich durch nichts und niemanden von dieser verrückten Idee abbringen.

Der iranische Regisseur Farahmand erhielt für seinen bewegenden und auch verstörenden Blick auf eine Kindheit im syrischen Bürgerkrieg schon vorab den Dokumentarfilmpreis der SOS-Kinderdörfer (3000 Euro, gestiftet von der Münchner B.O.A. Videofilmkunst). Auf Augenhöhe begleitet die Kamera Malook und seine Freunde mit denen er Kupferdrähte aus zerstörten Häusern vertickt, um das nötige Geld für das Konzert zu sammeln.

Plötzlich war jegliche Freude verboten

Der Junge hat Wut im Bauch auf die „Isis-Bastarde“, die alles kaputt gemacht haben. „Ich hatte ein schönes Leben“ erinnert er sich, reichlich Spielzeug und ein Batman-Kostüm, es gab Krabben und Fisch. Plötzlich war jegliche Freude und Farbe verboten, schwarze Kleidung Pflicht. Er ist froh über das Ende des Terrors, auch wenn es weiterhin an allem fehlt. Einfach bewundernswert, wie er und seine Schwester versuchen, dem Alltag einen Hauch von Fröhlichkeit und Zärtlichkeit zu verleihen, inmitten von Chaos und zerbombten Träumen die Hoffnung nicht verlieren. Trotzig und gleichzeitig unsicher erklärt Malook „Wir sind keine Kinder mehr“. Zwischen Trauer und Überlebensmut sehnen sie sich nach einer Zukunft ohne Krieg und Unterdrückung, nach einem „normalen“ Leben, in dem sie ihre Wünsche und ihre Würde bewahren können. Das Morgen kann nur besser sein.

Bis zum 24. Mai zeigt das Dok.fest 121 Filme, die man nur online sehen kann. Das kostet pro Film 4,50 Euro – oder 5,50 Euro, wenn man den Solidaritätsaufschlag für die Partnerkinos City/Atelier, Rio und Maxim zahlt. Der Festivalpass für alle Filme kostet 50 Euro. Die meisten Filme sind die ganze Zeit verfügbar, einige unterliegen Beschränkungen.
Alle Infos unter dokfest-muenchen.de

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