Channing Tatum beschützt Jamie Foxx: Der Feind in meinem Haus

Witzig, spannend, frech: „White House Down” ist bestes Blockbuster-Kino
| Florian Koch
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Erst dem iranischen Präsidenten lächelnd die Hand schütteln und dann auch noch den vollständigen Truppenabzug aus dem Nahen Osten befehlen? Mit Barack Obama heute kaum vorstellbar. Aber 2008, als „Yes, We Can” noch kein abgenudelter Slogan war, glaubten viele an diese Ideale.

Roland Emmerich packt in „White House Down” ganz viel von diesen Hoffnungen in seine Präsidentenfigur. Jamie Foxx spielt ihn als Mann der Tat, als einen, der sich in der Tradition solcher Persönlichkeiten wie Abraham Lincoln versteht, ohne seine jugendliche Lässigkeit aufzugeben. Da passt es auch, dass sich dieser Nostalgiker wie ein Kind über einen Helicopter-Tiefflug in Richtung Lincoln Memorial freuen kann.

Solch ein Polit-Rebell hat aber auch Feinde. Und es ist Emmerich hoch anzurechnen, dass er nicht wie im ähnlichen „Olympus Has Fallen” die Nordkorea-Bösewicht-Karte zieht. Die Gegner kommen bei ihm von innen: unverbesserliche Araberfresser, Rüstungs-Industrie-Lobbyisten, geldgierige Söldner und Rassisten.

Für den von langer Hand geplanten Anschlag auf das Weiße Haus und seinen Präsidenten nimmt sich Emmerich dann viel Zeit. Ganz wie im Actionkino der 70er und 80er Jahre werden erst einmal die wichtigsten Charaktere und ihre Probleme vorgestellt.

John Cale (Channing Tatum), der Held, die Identifikationsfigur, ist ein einfacher Polizist und Kriegsveteran mit kaputter Familie und einem patriotischen Ziel: Secret Service Agent zu werden. Seine Tochter, ein glühender Fan vom Weißen Haus, will er mit einer arrangierten Führung im Amtssitz des Präsidenten auf seine Seite ziehen.

Ein kluger Schachzug von Emmerich, denn während die Kleine witzig ihr Wikipedia-Wissen ausspielt, kann er langsam das Unheil aufziehen lassen. Am Ende ist es Cale, der im Bruce-Willis-Unterhemd als letzter Retter für den Präsidenten bereit steht, und damit auch das Vertrauen der Tochter zurückgewinnen will.

„White House Down” bleibt ein Sonderfall im lauen Blockbuster-Sommer. Der Film funktioniert sowohl als charmantes Buddy-Movie, furioses Actionspektakel (am verrücktesten die Verfolgungsjagd im Garten des Weißen Hauses) und treffender Kommentar über das politische Klima in den USA.

Kino: Cadillac, CinemaxX, Gloria (auch OmU), Mathäser, Münchner Freiheit, Cinema (OV), Museum Lichtspiele (OV)
R: Roland Emmerich (USA, 131 Min.)

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