Cannes: Keine Netflix-Filme mehr im Wettbewerb

Im letzten Jahr konkurrierten zwei Netflix-Produktionen noch um die Goldene Palme. Jetzt sperren die Filmfestspiele von Cannes die Filme des Streaminganbieters vom Wettbewerb aus.
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Im vergangenen Jahr durfte sich das Team der Netflix-Produktion "Okja" noch auf dem roten Teppich in Cannes feiern lassen. Künftig werden keine Filme des Streaminganbieters mehr im Wettbewerb zugelassen.
Pascal Le Segretain/Getty Images Im vergangenen Jahr durfte sich das Team der Netflix-Produktion "Okja" noch auf dem roten Teppich in Cannes feiern lassen. Künftig werden keine Filme des Streaminganbieters mehr im Wettbewerb zugelassen.
Dass Amazon und Neflix "mächtige neue Player" auf dem Filmmarkt sind, weiß auch Thierry Frémaux, Leiter der Filmfestspiele von Cannes. Dennoch will er an der Croisette künftig keine Filme
von Netflix mehr im Wettbewerb zulassen. Das sagte Frémaux dem Branchendienst "Hollywood Reporter". "Die Geschichte des Kinos und die Geschichte des Internets
sind zwei gänzlich unterschiedliche Dinge", erklärt Frémaux den Schritt. Im vergangenen Jahr hatte das Festival die beiden Netflix-Produktionen "Okja" und "The Meyerowitz Stories (New and Selected)" in den Wettberwerb eingeladen. Nach heftiger Kritik änderte die Leitung daraufhin die Statuten und schrieb vor, dass Wettbewerbsfilme künftig in französischen Kinos starten müssten. "Als wir im letzten Jahr diese beiden Filme auswählten, dachte ich, ich könnte Netflix überzeugen, sie in den Kinos starten zu lassen. Ich war überheblich, und sie haben das abgelehnt", so Frémaux. Netflix hatte nach der Regeländerung versucht, seine Filme
für weniger als eine Woche in den französischen Kinos platzieren zu können, was die französische Gesetzgebung allerdings nicht zuließ. "Die Leute von Netflix haben den roten Teppich geliebt und würden gerne mit weiteren Filmen teilnehmen. Aber sie verstehen, dass die Unnachgiebigkeit ihres Modells dem unseren entgegensteht", so die Einschätzung von Frémaux. Trotz der Kritik an Netflix und Co. wolle er aber dafür sorgen, dass das Filmfestival sich auch in Zukunft aufgeschlossen für Neues zeige: "Wir werden das Image unserer risikofreudigen Festivals verteidigen und das Kino weiterhin infrage stellen", verspricht der 57-Jährige.
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