By The Sea: Warum so gequält?

Angelina Jolie scheitert mit ihrer Regiearbeit „By The Sea“ auf ganzer Linie. Im Drama schlüpft Jolie selbst in die Rolle der ehemaligen Tänzerin Vanessa, die ihre Ehe retten will.
| Margret Köhler
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Angelina Jolie.
Universal Angelina Jolie.

Einfach idyllisch: Ein Citroën mit offenem Verdeck kurvt 1973 auf Serpentinen hoch über der Côte d‘Azur. Die Dame trägt Riesensonnenbrille, mit High Heels stöckelt sie später samt Gatte ins dörfliche Bistro. Nach dem Drink geht‘s in die Luxusherberge. Aber statt Romantik steht Eherettung auf dem Programm.

Wie es zum Tiefpunkt kam, bleibt bei Roland und Vanessa, dem Schriftsteller mit Schreibblockade und der einstigen Tänzerin, zunächst im Dunkeln. Er schweigt und trinkt, sie piesackt ihn mit wenigen Worten. Der Einzug eines frisch verheirateten Pärchens ins Nebenzimmer bringt Bewegung in die handlungsarme Geschichte. Erst beobachtet Vanessa das Liebesspiel durch ein Loch in der Wand, bald gesellt sich Roland dazu, scheint die Sinnlichkeit der Nachbarn kurzfristig ihre Sinne zu beflügeln. Aber Madame neidet den Jungen ihr Glück.

 

Brad Pitt erstmals wieder an der Seite von Angelina Jolie

 

Erstmals seit zehn Jahren stehen „Brangelina“ wieder gemeinsam vor der Kamera. Angelina Jolie fungiert nicht nur als Drehbuchschreiberin, Regisseurin und Produzentin, sondern spielt auch die rätselhaft Leidende an der Seite von Brad Pitt. Und das ist die Crux. Jolie erstarrt perfekt geschminkt in dekorativer Pose – ob weinend in Embryohaltung auf dem Boden, hingestreckt auf Bett und Liegestuhl oder bevorzugt in der Badewanne, wo Pitt schon mal sexuell nach Fassung ringt, bevor er frustriert einen Gin zum Frühstück an der Bar kippt.

Die Gefühle, von Hass über Hysterie bis Gleichgültigkeit, verlieren sich im Vagen. Atmosphärisch orientiert sich das Drama vor mediterraner Kulisse an damaligen französischen Filmen, aber der Versuch, sich die künstlerische Freiheit der Siebziger zu borgen, misslingt mangels inspirierendem Inhalt, trotz verführerischer Bilder. Und die Deutung all der Qual entpuppt sich als banales Klischee.

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