Biopic "Michael": Nachdrehs wegen Rechtsstreit kosteten Millionen
Das kommende Biopic über Michael Jackson (1958-2009) steht kurz vor seiner Veröffentlichung. Doch der Weg auf die Leinwand war wohl von massiven inhaltlichen Änderungen geprägt. Ursprünglich sollte der Film unter der Regie von Antoine Fuqua auch die dunklen Kapitel im Leben des King of Pop beleuchten, darunter Vorwürfe des Kindesmissbrauchs aus dem Jahr 1993, wie "Variety" berichtet. Dieses Vorhaben wurde laut des Berichts jedoch angeblich aufgrund rechtlicher Hindernisse und einer strategischen Neuausrichtung fast vollständig verworfen.
Teures Versäumnis
Der Wendepunkt in der Produktion von "Michael" kam demnach durch die Entdeckung einer Klausel in einem alten Vergleich mit dem Kläger Jordan Chandler zustande. Diese Vereinbarung untersagt offenbar jegliche filmische Darstellung oder Erwähnung Chandlers, was die Anwälte des Jackson-Nachlasses dazu gezwungen haben soll, einen Großteil des dritten Akts des Films umzugestalten.
Da diese selbst als Produzent fungierten, übernahm der Nachlass laut Insidern die Kosten für die notwendigen Nachdrehs in Höhe von geschätzten zehn bis 15 Millionen US-Dollar. Insgesamt beläuft sich das Budget des Mammutprojekts damit offenbar auf rund 170 Millionen US-Dollar.
Fokus auf Musik statt Skandale
In der neuen Fassung endet der Film nicht mit dem Beginn einer juristischen Auseinandersetzungen, sondern zeigt Michael Jackson auf dem Höhepunkt seines Ruhms während der "Bad"-Tournee, wie eine anonyme Quelle berichtet. Der dramatische Fokus verschiebe sich weg von den Vorwürfen hin zur komplizierten Beziehung zu seinem Vater Joe Jackson, gespielt von Colman Domingo.
Auch der folgenschwere Unfall beim Dreh eines Pepsi-Werbespots im Jahr 1984 und eine daraus resultierende Abhängigkeit von Schmerzmitteln würden thematisiert. Das Ziel der Macher ist offenbar, Jackson dem Publikum vor allem als Ausnahmekünstler in Erinnerung zu rufen, ähnlich wie es bereits das erfolgreiche Broadway-Musical "MJ" praktizierte.
Pläne für eine Fortsetzung?
Wie "Variety" weiter unter Berufung auf Insider berichtet, könnte das gestrichene Material der ursprünglichen Fassung nicht gänzlich verloren sein. Produzent Graham King soll mit dem Gedanken spielen, "Michael" in zwei Teile aufzusplitten oder das ungenutzte Material für Sequels zu verwenden. Diese könnten sich dann auf spätere Alben wie "Dangerous" oder den Bau der Neverland Ranch konzentrieren. Ob darin jemals die späteren rechtlichen Kämpfe des Sängers aufgearbeitet werden, bleibt jedoch ungewiss.
Die kommerziellen Aussichten für den Film sind trotz - oder gerade wegen - der Kontroversen hervorragend. Erste Prognosen deuten demzufolge darauf hin, dass "Michael" am Eröffnungswochenende in den USA über 55 Millionen US-Dollar einspielen könnte, was den Start von "Bohemian Rhapsody" übertreffen würde. Das Studio strebe ein weltweites Gesamtergebnis von mindestens 700 Millionen US-Dollar an.
Jaafar Jackson (29), der Neffe des verstorbenen King of Pop, übernimmt die Hauptrolle in "Michael". In Deutschland startet das Biopic am 23. April in den Kinos.
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