Bastian Pastewka: "Selbst verkleidet werde ich erkannt"

In "Fabian und die mörderische Hochzeit" spielt Bastian Pastewka einen Trickbetrüger, der auf einer Hochzeit in einen Mordfall gerät. Im Interview verrät der Schauspieler und Comedian, warum er selbst ein schlechter Hochstapler wäre.
(eyn/spot) |
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Bastian Pastewka wird in "Fabian und die mörderische Hochzeit" zum glücklosen Trickbetrüger Fabian.
Bastian Pastewka wird in "Fabian und die mörderische Hochzeit" zum glücklosen Trickbetrüger Fabian. © Prime Video

Deutschland ist eine Krimi-Nation - davon ist Bastian Pastewka (53) überzeugt. Und dazu will auch er etwas beitragen: In "Fabian und die mörderische Hochzeit" schlüpft der Schauspieler und Komiker für Prime Video in die Rolle eines glücklosen Trickbetrügers, der auf der Flucht mitten in einer schrägen Hochzeitsgesellschaft landet. Als dort eine Leiche auftaucht, wird Fabian unfreiwillig zum Ermittler. Der Film startet am 6. Februar und vereint Murder Mystery mit schwarzem Humor.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt Bastian Pastewka, weshalb ihn das Krimi-Genre seit seiner Kindheit fasziniert und warum er trotz aller Verkleidungskunst auf der Straße meist erkannt wird. Außerdem spricht er über die Dreharbeiten mit dem Ensemble um Barbara Philipp, Bernhard Schütz, Lena Dörrie und Taneshia Abt. "Wir hatten - außer mir - keinen anstrengenden Trottel dabei", scherzt er über die harmonische Atmosphäre am Set.

Sie lieben "Die drei ???" und haben selbst einen Krimi-Podcast - woher kommt Ihre Faszination für Detektivgeschichten?

Bastian Pastewka: Ich habe gar keine spezifische Faszination für Krimis, aber wir alle sind mit dem Genre sozialisiert worden. Deutschland ist eine Krimi-Nation, das Land hat eine viel größere Krimikultur als Komödienkultur. Alle Probleme, aber auch Alltagsdinge, werden in der fiktionalen Form immer über den Krimi erzählt. Aus dieser Tradition bin natürlich auch ich, als Fernsehkind der 80er-Jahre, in die Krimis reingezogen worden. Eine meiner ersten Erinnerungen ist die Agatha-Christie-Verfilmung von "Mord im Orientexpress" von 1974. Die habe ich mit 13 auf einem kleinen Fernseher auf dem Dachboden gesehen und fand sie so gruselig. Beim Zappen bleibe ich heute noch immer bei diesem Film hängen und versetze mich in das wohlige Schauergefühl von damals zurück.

Wie bei "Mord im Orientexpress" gibt es auch in Ihrem Krimi eine große Schlussrunde. Haben Sie sich dabei an dem großen Hercule Poirot orientiert?

Pastewka: Ich hatte keinen speziellen Detektiv vor Augen, weil meine Figur Fabian letztlich nicht mit einer eigenen Identität ausgestattet ist. Wir erzählen nicht, wo Fabian herkommt. Ich weiß nicht mal, ob Fabian sein wirklicher Name ist oder eine seiner zahlreichen Scheinidentitäten. Das macht die Story so schön absurd - wir können uns in diesem Film bei niemandem wirklich sicher sein. Das ist eine super Variante dieses recht klassischen Murder-Mystery-Genres. Fabian finde ich im besten Sinne so unklar, dass das Publikum sich eigentlich keine Sorgen um ihn machen muss. Und angenommen - und es ist nicht geplant - wir würden einen nächsten Fabian-Film drehen, halte ich es für möglich, Fabian auch in eine ganz andere Zeit zu transferieren. Weil er einfach eine Standardfigur ist, die überall einsetzbar wäre.

Hatten Sie beim Lesen des Drehbuchs schon eine Ahnung, wer der Mörder ist?

Pastewka: Nein, ich bin vollkommen darauf hereingefallen und war dann im Endeffekt begeistert über die Überraschung. Das liegt auch an dieser speziellen Erzählweise: Hätten wir alle Figuren mit einer wichtigen Backstory ausgestattet, hätten wir einfach Zeit verloren. Bei dieser Art von Murder-Mystery-Puzzle muss man den Irrgarten erst mal bauen, bevor wir hindurchgehen. Dafür gibt es ja diese tolle Schlussrunde und über die habe ich mich total gefreut.

Was finden Sie toll an der Schlussrunde? Dass der Ermittler so groß aufspielen darf?

Pastewka: Meine Eitelkeit ist immer dann befriedigt, wenn ich in so etwas Tollem mitspielen darf, auch noch an der Seite von Granatenschauspielerinnen und -schauspielern. Aber das Genre Kriminalfilm hat an sich den Vorteil, dass das Publikum erwarten kann, dass alle Probleme gelöst werden. Beim Krimi besteht die Kunst darin, aus einer offenen Form ganz schnell eine geschlossene zu machen. Die Entlarvung des Mörders ist immer eine Art Schluss-Tusch, wie das glatte Ende eines geliebten Songs. Und dazwischen hat das Publikum die Möglichkeit, sich selber zum Detektiv zu machen und zu rätseln. Wir haben diesen klassischen Kriminalfilm-Sockel als Stütze, leisten uns aber Ausreißer zu allen möglichen Genres.

Sie haben mit Fabian gemein, dass Sie beide in verschiedene Rollen schlüpfen. Glauben Sie, dass Sie ein besserer Hochstapler wären als er?

Pastewka: Auf keinen Fall. Selbst wenn ich mich verkleide, werde ich auf der Straße erkannt. Ich bin nicht in der Lage, mich wirklich tarnen zu können, weil ich eben auch nur dieses eine Gesicht habe. Ich kenne Schauspielerinnen und Schauspieler, die auf der Straße nicht erkannt werden - und zwar nicht, weil sie nicht berühmt sind, sondern weil sie übersehen werden. Das ist bei mir nicht so.

Gibt es denn überhaupt Ähnlichkeiten zwischen Ihnen und der Figur?

Pastewka: Also sagen wir mal so, es gibt ja keine sympathischen Kriminellen, finde ich. Wir sehen in Serien sympathischen Serienkillern zu und das fällt mir immer ein bisschen schwer. Deshalb haben wir Fabian etwas anders gezeichnet, auch ein bisschen als Robin Hood. Diesen Gerechtigkeitssinn haben wir auf jeden Fall beide.

Sie haben einen mörderisch guten Cast um sich. Wie war die Zusammenarbeit?

Pastewka: Durch die Tatsache, dass wir den Film überwiegend in einem kleinen lettischen Ort gedreht haben, der uns allen vollkommen unbekannt war, sind wir sehr zusammengerückt. "Fabian und die mörderische Hochzeit" ist kein Pastewka-Film, sondern ein Ensemble-Film. Jede Figur hat ihre eigene kleine Geschichte, keine Figur rutscht uns durch. Dadurch waren wir alle sicher und konnten in einem wunderbar geschlossenen und sehr konzentrierten Raum miteinander spielen. Es gab keinen schlechten Ton am Set. Wir hatten - außer mir - keinen anstrengenden Trottel dabei und haben gemerkt, wie sehr wir unseren Beruf lieben. Diese Begeisterung hat sich auch positiv in unseren Film übertragen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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