AZ-Kritik zu Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen von Theodore Melfi

Kein Mondflug ohne diese Frauen: "Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen".
| Margret Köhler
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Karl Zielinski (Olek Krupa) weiß, dass Mary Jackson (Janelle Monáe) das Zeug zur Ingenieurin hätte.
Twentieth Century Fox Karl Zielinski (Olek Krupa) weiß, dass Mary Jackson (Janelle Monáe) das Zeug zur Ingenieurin hätte.

Kalter Krieg, Wettrennen im All, Rassismus, Beginn der Bürgerrechtsbewegung: der Hintergrund für eine fast unbekannte Geschichte von drei außergewöhnlichen schwarzen Mathematikerinnen, die Anfang der 1960er in der US-Weltraumbehörde NASA in Virginia arbeiten. Die weißen Kollegen halten sie erst einmal für Putzfrauen und drücken ihnen wie selbstverständlich einen Papierkorb zum Ausleeren in die Hand, sogar an der Kaffeekanne herrscht Rassentrennung, auf den Toiletten sowieso.

Katherine G. Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson (ein fulminantes Ensemble: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe) stecken die tägliche Diskriminierung scheinbar weg, machen sich unsichtbar, sind bald unverzichtbar als "menschliche Computer", die ihre Gleichungen noch auf Papier kritzeln. Sie gehen ihren Weg ohne Militanz, überzeugen durch Wissen und Durchhaltevermögen, bestärken sich darin, Würde und Stolz zu verteidigen. Es sind die kleinen Siege, die das visionäre Trio vorwärts bringen. Dorothy wurde die erste schwarze NASA-Abteilungsleiterin, Mary die erste schwarze NASA-Raumfahrtingenieurin.

Das Biopic beruht auf dem Sachbuch von Margot Lee Shetterly, ein unbekanntes Kapitel schwarzer Emanzipation. Es ist Kevin Costner als Kaugummi kauender Chef der Space Task Group (ein fiktionaler Charakter), der die langsam ins Zentrum rückende Katherine fördert, nicht aus politisch-liberalen, sondern pragmatischen Gründen.

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Sie ist den weißen männlichen Wissenschaftlern haushoch überlegen und sorgt dafür, dass die Amerikaner mit den Russen den Wettlauf im Weltall aufnehmen können, sie war später auch an den Berechnungen für die Mondlandung der Apollo 11 beteiligt. John Glenn, der erste Amerikaner, der 1962 mit einem Raumschiff die Erde umkreiste, nannte die alleinerziehende Mutter von drei Kindern aber nur "the girl" und ließ sie eigenhändig vor Start die Daten überprüfen.

Schade, dass Theodore Melfi wenig über das persönliche Leben dieser Pionierinnen erzählt – bis auf Katherine, die eine Beziehung startet. Der entlarvende Blick ins Hinterzimmer der NASA ist eine überfällige Hommage an diese unsichtbaren, leisen Heldinnen. Die echte Katherine G. Johnson, inzwischen hoch in den 90ern, gibt sich immer noch bescheiden: "Ich habe einfach Probleme gelöst, die gelöst werden mussten."


R: Theodore Melfi (USA, 127 M.)

Kinos: Cinema, Gloria, Mathäser, Münchner Freiheit, Museums-Lichtspiele

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