Abenteuer im "Verbotenen Wald"

Schlumpfine sucht nach ihrem Platz in der Welt der blauen Wichte und stößt auf ein unbekanntes Dorf. Was ist dessen Geheimnis?
| Christopher Diekhaus
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Verschlumpft noch mal: "Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf" ist schon das dritte Abenteuer der animierten blauen Wesen.
2017 Sony Pictures Releasing GmbH Verschlumpft noch mal: "Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf" ist schon das dritte Abenteuer der animierten blauen Wesen.
2011 eroberten die blauen Zipfelmützenträger des belgischen Zeichners Peyo in einer Mischung aus Real- und Trickfilm die große Leinwand und bekamen nach starken Einspielergebnissen nur zwei Jahre später ein weiteres Abenteuer geschenkt. Bei "Die Schlümpfe
- Das verlorene Dorf" handelt es sich nun allerdings nicht um eine weitere Fortsetzung, sondern um eine Neuausrichtung, die sich als reine Animationsarbeit präsentiert. Schon öfters wurden Stimmen laut, die den stark patriarchalisch geprägten Kosmos der Schlümpfe kritisierten. An der Spitze der blauen Winzlinge steht der weise, gutmütige Papa Schlumpf (deutsche Stimme: Heiner Lauterbach
). Und mit Schlumpfine (Nora Tschirner) gibt es nur eine Frau in ganz Schlumpfhausen, die noch dazu, im Gegensatz zu allen anderen Schlümpfen, keine besondere Eigenschaft zu haben scheint. Genau an diesem Punkt setzen Regisseur Kelly Asbury ("Gnomeo und Julia") und die Drehbuchautorinnen Stacey Harman und Pamela Ribon an. Obwohl sie von ihren Mitbewohnern sehr geschätzt wird, hadert Schlumpfine mit ihrem unbestimmten Dasein. Als sie eines Tages am Rande des "Verbotenen Waldes" einem fremdartigen Schlumpf
begegnet und eine geheimnisvolle Karte findet, wird sie von Abenteuerlust gepackt. Gemeinsam mit ihren Freunden Schlaubi (Axel Stein), Hefti (Rick Kavanian) und Clumsy (Tim Oliver Schultz) macht sie sich ohne Erlaubnis von Papa Schlumpf auf den Weg in den sagenumwobenen Forst, in dem gleich mehrere Überraschungen auf die Zwergen-Wesen warten. Der böse Zauberer Gargamel (Christoph Maria Herbst) ist dem Quartett dabei dicht auf den Fersen, da er endlich alle Schlümpfe
fangen und seine magischen Kräfte ausbauen will. Einige rasante Actionszenen mit gelungenen 3D-Effekten und unzählige Slapstick-Momente dürften dafür sorgen, dass bei kleinen Zuschauern keine Langeweile aufkommt. Knallig bunte Bilder bieten reichlich Futter für die Augen. Besonders dann, wenn Schlumpfine und ihre Begleiter den "Verbotenen Wald" betreten, der sich als leuchtendes Wunderland entpuppt. Flüsse gehorchen hier nicht den Gesetzen der Schwerkraft. Und auch die Geschöpfe, mit denen die Protagonisten zusammentreffen, versetzen die kleinen blauen Mützenträger ein ums andere Mal in Staunen. Während es in anderen Animationsfilmen gang und gäbe ist, das Erwachsenenpublikum mit popkulturellen Zitaten und Zeitgeist-Anspielungen bei Laune zu halten, konzentriert sich "Die Schlümpfe
- Das verlorene Dorf" fast ausschließlich auf eindeutige, kindgerechte Humoreinlagen. Erzählerisch verwenden die Macher leider nur Standardelemente, die keinen großen Eindruck hinterlassen. Schlumpfines Selbstfindung ist gut gemeint, wird gerade im letzten Drittel aber schematisch abgewickelt und mündet in eine halbherzige, belanglose Erkenntnis. Zieht man zum Vergleich die spannende und emotional mitreißende Identitätssuche aus dem Pixar-Abenteuer "Findet Dorie" heran, treten die Schwächen des neuen Schlümpfe-Films deutlich hervor. Wenig hilfreich ist womöglich auch die Tatsache, dass es hier mit Gargamel einen recht eindimensionalen Antagonisten gibt, der jedesmal dieselben Absichten verfolgt. In der deutschen Synchronfassung kann "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst dem durchtriebenen Zauberer immerhin ein einprägsames stimmliches Profil verleihen. Auf eine höhere Ebene hebt er das konventionell gestrickte, mit aktuellen Popsongs garnierte Treiben aber nicht.
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren