Kevin Costner: Der mit den Zuschauern tanzt

Schauspieler, die singen wollen: Dieses Experiment ist schon des Öfteren misslungen. Doch Hollywood-Star Kevin Costner zeigte in Tonhalle, dass er springsteen-like röhren kann.
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Kevin Costner zeigte in der Tonhalle sein musikalisches Repertoire
Dorothee Falke Kevin Costner zeigte in der Tonhalle sein musikalisches Repertoire

Schauspieler, die singen wollen: Dieses Experiment ist schon des Öfteren misslungen. Doch Hollywood-Star Kevin Costner zeigte in Tonhalle, dass er springsteen-like röhren kann.

Er jagte mächtige Büffel, beschützte eine weltbekannte Sängerin und machte den Sherwood Forest unsicher. Doch seine größte Herausforderung stand Kevin Costner noch bevor: In der rappelvollen Tonhalle als Musiker zu bestehen.

Und die Vorzeichen standen alles andere als gut, litt Costners Ruf zuletzt doch unter einer Reihe filmischer Misserfolge und fragwürdig-bizarrer PR-Auftritte für eine türkische Fluglinie und eine große deutsche Möbelhauskette.

Mit den ersten Akkorden seiner sechsköpfigen Modern Western Band wischt der leger im dunklen Hemd und Jeans gekleidete Hollywoodstar jegliche Bedenken, er würde als Country-Schnulzensänger ein zweites „Waterworld“ erleben mühelos weg. Mit dem süffig-soliden Westcoast-Rock ’n’ Roll seiner Debütplatte „Untold Truths“ bringt er seine zumeist reiferen, weiblichen Fans fast zwei Stunden lang zum enthusiastischen Mitklatschen. Da stört es auch nicht, dass dem Springsteen-like röhrenden Costner in ruhigeren Passagen der ein oder andere Ton entgleitet und die lässig umgeschnallte Akustikgitarre eigentlich bloße Staffage ist. Costner spielt auf der Bühne nicht nur die verschmitzt lächelnde, Handküsschen verteilende Charmekarte, sondern glänzt im ungewohnten Musikmetier auch als Entertainer-Profi. Da können sich andere Rockstars noch eine Scheibe abschneiden.

Souverän führt er jeden Song ein, feiert seinen Geigenvirtuosen Bobby Yang, arbeitet die Hurrikan Katrina-Katastrophe mit „5 Minutes From America“ auf und imitiert in „Superman 14“ köstlich die Filmposen von Christopher Reeve. Als die Fans ihren sichtlich bewegten Kevin nicht mehr gehen lassen wollen, legt er zum Abschied noch ein Tänzchen mit einer entzückten Dame hin und lässt ganz uncowboymäßig die Sektkorken knallen.

Florian Koch

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