Jüdischen Museum: Historische Sammlung ist zurück

Mehr als 70 Jahre nach der gewaltsamen Schließung des Jüdischen Museums in Berlin kehrt ein Teil der Werke an ihren historischen Ort zurück. Die Geschichte der Werke.
| dpa
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Berlin - "Auf der Suche nach der verlorenen Sammlung" - unter diesem Titel zeigt das Centrum Judaicum in Berlin-Mitte vom 10. September an (bis 30. Dezember) mehr als 30 Gemälde, Skulpturen und Kultobjekte aus den einstigen Beständen. Berlins Jüdisches Museum war am 24. Januar 1933, eine Woche vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten, eröffnet und 1938 geschlossen worden. Die Bilder wurden meist beschlagnahmt und tauchten nach dem Krieg zum Teil wieder auf.

Zu den ausgestellten Werken gehört nun Max Liebermanns (1847-1935) Bild "Die Rückkehr des Tobias", das bisher im Israel Museum in Jerusalem hing und den Erben des Malers zurückgegeben wurde. Das Gemälde aus dem Jahr 1934 wurde als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Das Jüdische Museum war einst im Besitz von Gemälden bedeutender Künstler, neben Liebermann etwa Marc Chagall und Lesser Ury. Unmittelbar nach Hitlers Aufstieg an die Macht habe sich das Kunsthaus angesichts der Verfolgung zu einem Zentrum jüdischer Kultur verwandelt, wie die Kuratorin Chana Schütz sagte. Nur hier konnten jüdische Künstler ausstellen, allerdings unter strengen Auflagen der Nazis. Zu den wichtigen Präsentationen gehörte 1936 eine Rückschau auf das Werk des ein Jahr zuvor gestorbenen Max Liebermann.

Die Nazis seien umsichtig mit den Bildern umgegangen. "Im Vordergrund stand immer die Frage, wie man die Bilder verwerten konnte", sagte Schütz. Ende 1946 tauchten mehr als 280 Werke in einem Keller in Berlin-Charlottenburg wieder auf. Sie wurden damals an ihre ursprünglichen Besitzer und an Museen, etwa in Jerusalem und Los Angeles, übergeben, die sie nun für die Schau ausliehen.

Verschollen bleibt eine Großteil der religiösen Kultobjekte, Skulpturen, Medaillen, Siegel sowie archäologische Fundstücke aus dem Nahen Osten. Auch die Silbersammlung ist weg, aber der Direktor des Centrum Judaicum, Hermann Simon, ist sich in diesem Fall sicher: "Wir werden sie finden."

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