Hochmut, Heimsuchungen und Gabriele Pauli

„25 Egoisten“ des Künstlerbunds Schwabach zeigen im Nürnberger Kunsthaus ihre Arbeiten - und das fern aller Selbstironie
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Hölzernes Familientreffen mit Gabriele Pauli: Der Schwabacher Bild- hauer Clemens Heinl (4.v.l.) inmitten seiner Skulpturen.
Berny Meyer Hölzernes Familientreffen mit Gabriele Pauli: Der Schwabacher Bild- hauer Clemens Heinl (4.v.l.) inmitten seiner Skulpturen.

NÜRNBERG - „25 Egoisten“ des Künstlerbunds Schwabach zeigen im Nürnberger Kunsthaus ihre Arbeiten - und das fern aller Selbstironie

Selbstironie ist nicht im Spiel, wenn der Künstlerbund Schwabach drei Jahre nach seinem letzten Gastspiel im Nürnberger Kunsthaus und wenige Monate nach den virtuellen Raumverteilungskämpfen in der Bürokratie-Chimäre KuKuQ sich nun unter dem Titel „35 Egoisten“ präsentiert. Es geht um einen grundsätzlichen Wesenszug, der über Tages-Turbulenzen weit erhaben ist. Der Vorsitzende Wolfgang Harms kündigt jedenfalls „Bereitschaft zur Zusammenarbeit“ an: „Wir haben auch keine andere Wahl!“

Die Egoisten laden zur Nachfeier

25 Egoisten laden vorerst zur „kleinen Nachfeier“: Mit über 60 Jahren gehört der Künstlerbund zu den ältesten der Region, ein Verein, der von Flüchtlingen ins Leben gerufen wurde und ein Migranten-Modell blieb: Immerhin 12 der 35 Aktiven kommen aus Nürnberg (etwa Hanns Herpich, Ursula Jüngst, Lydia Hasselt). Wolfgangs Harms’ verbale Attacke gegen „ideologische Gleichmachereien“ findet in der „letzten freien Ausstellung“ (die Schwabacher verteufeln „so genannte Kuratorenkunst“) ihre Antwort in einem breiten Spektrum zwischen Wohnlichkeit (wie Mara Grubers Textil-Montagen) und Ungemütlichkeit (Barbara Graber schickt Egon Schiele welkende Schönheit hinterher, Peter Wolf holt mit Bomber und Business-Plan zur „Heimsuchung“ aus).

Überraschende Ergebnisse

Hanspeter Widrig zeigt sein Gipsmodell zum Wiener Deportations-Mahnmal, Clemens Heinl lädt Gabriele Pauli in eine Holz-Familie. Ansonsten überwiegen zwischen Illusionisten (Wolfgang Harms) und Realisten (Peter Königs zerissenes Selbstporträt in Bleistift-Perfektion) hauptsächlich Maler mit Faible zum Gegenstand. Das Ergebnis ist überraschend, wenn man etwa dem Apokalyptiker Manfred Hürlimann, der diesmal farbfrisch den „Hochmut“ Gläser auf dem Blondhaar jonglieren lässt, noch nicht begegnet ist. Für alle anderen liefern diese „Egoisten“ willkommene Bestätigungen. daer

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