Harald Lesch wettert gegen Facebook

Warum der Münchner Astrophysiker und Professor an der LMU mit sozialen Netzwerken wenig anfangen kann
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Harald Lesch, Astrophysiker, Moderator und Physik-Professor an der LMU München, hat es sich zur Aufgabe gemacht „Fernsehen für Erwachsene“ zu machen - ohne dabei dröge zu wirken. Über die Faszination des Weltalls dreht sich seine neue zweiteilige „Terra X“-Reihe „Faszination Universum“, die jeweils Sonntags, 30 September und am 07. Oktober um 19.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.

Im Interview äußert sich der Wissenschaftler offen

... ...über seine Abneigung gegen soziale Netzwerke: „Ganz ehrlich, ich bin 52. Wenn ich mit Freunden reden will, rufe ich sie an, oder wir treffen uns. Ich bin mehr so der „real friend“. Wenn ich mich mit Facebook, Twitter und Co. auch noch beschäftigen müsste, das wäre zu viel. Überhaupt ist das Internet eine Realität, mit der ich relativ wenig zu tun habe. Wenn ich in Urlaub fahre, werden alle eingehenden E-mails gelöscht. Ich bin schließlich kein Herzchirurg, bei dem es wirklich drauf ankommt. Ich bin Hochschullehrer mit ein paar Fernsehsendungen, das war's.

...über eigene Wissenslücken: „In weiten Teilen der modernen Kunst wäre ich relativ hilflos. Ich bin zwar ein großer Lyonel Feininger-Fan, aber alles andere wird schwierig. Im Bereich Literatur könnte es auch knifflig werden. Ich bin Goethe-Verehrer und bemühe mich redlich, auch Zeitgenössisches zu lesen, aber das ist eben ein weites Feld. Auch bei modernen Zeichentrickfilmen müsste ich passen. Nach "Wickie", "Biene Maja" und "Lucky Luke" hört's bei mir auf.“

...über Wissenschaft und Glaube: „Während ich etwas ausrechne, habe ich mit Gott erst einmal nichts zu tun. Die Wissenschaft ist methodisch gottfrei, sinnfrei und hoffnungsfrei. Das bedeutet aber nicht, dass sie gottlos, hoffnungslos oder sinnlos ist. Wenn ich also meine mathematischen Ergebnisse vor mir sehe, muss ich mich fragen: Welche Bedeutung haben sie für mich? Nach welchen Werten soll ich leben, wenn ich die Messwerte kenne? Das Instrument, mit dem ich etwas herausfinde, hilft mir nicht dabei, meinen Erkenntnissen Bedeutung zu verleihen. Dafür brauche ich mehr.

 

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