Günther Maria Halmer (†83): Nachruf eines Weggefährten aus dem Residenztheater

Vor circa einem Jahr haben wir mit den Proben zum "Brandner Kaspar" begonnen. Ich habe mich so sehr auf diese Produktion mit Günther Maria Halmer gefreut. Ich kannte Herrn Halmer so wie viele ihn kannten – aus dem Fernsehen als Tscharlie - als der Münchner par excellence.
Als Franz Xaver Kroetz diesen wunderbaren "Brandner Kaspar" für uns schrieb, hatte ich schon etwas vorgebaut. Günther Maria Halmer und seine Frau waren häufige Besucher des Resi, und so habe ich mir nicht nur ein Herz genommen, sondern hatte schon eine leise Absicht, als ich ihn auf ein Getränk einlud. Zwischen den Zeilen konnte ich deutlich ausmachen, dass er nicht nur Lust zum Theater spielen hatte, sondern perfekt für diese Rolle sein würde. Ja sogar diese Rolle ‹unbedingt einmal spielen› wollte.
"Verdammter Boanlkramer"
Er war ein wundervoller Kaspar Brandner. Eine Rolle, in der so viele große, bayerische Schauspieler geglänzt haben. Er hat diese Rolle geliebt. Das Stück. Diese Arbeit. Und es ist ihm schwergefallen, sie nach nur zwölf Vorstellungen abzugeben. Er sagte mir damals, er wäre krank und dass er jetzt fürs erste pausieren und nicht mehr spielen werden könne. Ich habe ihm gesagt, dass die Rolle und wir auf ihn warten.

Günther Maria Halmer musste einen schweren Weg gehen. Er war sehr mutig. Es tut mir so unendlich leid, weil wir alle, Felix von Manteuffel und Sigi Zimmerschied, das ganze Ensemble, Philipp Stölzl und ich auf seine Rückkehr gehofft, gewartet haben! Auf den ersten, den ältesten Brandner-Bruder dieser Inszenierung. Jetzt ist der Günther Maria Halmer wie der Brandner im Paradies. Es halfen weder Kerschgeist noch gezinktes Blatt im Spiel. Verdammter Boanlkramer.
Es war mir eine große Ehre. Ich verneige mich vor einem wundervollen, großen Schauspieler. Applaus und stehende Ovationen für Günther Maria Halmer. Und Danke, danke Dir, lieber Günther, für so vieles! Du bleibst uns, dem Residenztheater und Deinem Publikum in herzlicher Erinnerung. Servus Brandner, Servus Günther.