Gepimpte Party im Schnelldurchgang

Maximo Park bleiben beim Konzert in der Tonhalle weit unter ihren Möglichkeiten
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Maxïmo Park bleiben beim Konzert in der Tonhalle weit unter ihren Möglichkeiten

Unter den vielen spät geborenen Brit-Pop-Bands gehören Maxïmo Park ja eigentlich zu den interessanteren, da sie sich nicht verkünsteln, normalerweise unbändige Spielfreude zeigen und stilvoll das Erbe der Smiths, von Duran Duran und XTC pflegen. Ihr Konzert in der einigermaßen gefüllten Tonhalle (ursprünglich im viermal so großen Zenith geplant) war allerdings nicht in jeder Hinsicht super und blieb weit hinter den letzten Münchner Auftritten vergleichbarer Bands wie den Kaiser Chiefs oder Franz Ferdinand zurück .

Zwar ist ihr Sänger Paul Smith, eine Art Pete Doherty in Gewaschen, mit seiner hochprofessionellen Dauer-Anmache (Kick-Sprünge, Ins-Publikum-Gehen, Fäuste schütteln, pathetisches Gestikulieren) in der Lage, jedes Konzert zu einer kleinen Party zu pimpen. In den guten Momenten ist das Maxïmo-Park-Konzert so elegant wie sein Seidenhemd, so sexy wie seine hautenge Stoffhose und so stylisch wie sein Melonen-Hut. Auch dramaturgisch gibt es nichts auszusetzen, da die Band mit „Apply Some Pressure“, „Girls Who Play Guitars“ und dem abschließenden Kracher „Velocity“ eine schöne Klimax hinbekommt.

Doch es fehlt „Limassol“, ihr allerbester Song. Die visuelle Begleitung auf dem großen Screen hinter der Bühne zeigt überwiegend artifiziell verwackelte Fahrten durch herbstliche Landschaften, was den Songs wohl eine melancholische Tiefe geben soll, die sie aber gar nicht haben.

Und man muss erkennen: Ohne Sänger Smith wäre auf der Bühne gar nix los. Selten stand ein so engagierter Frontmann vor einer so gelangweilten Band. Da passt ins Bild, dass der Auftritt nur magere 75 Minuten dauert. Länge ist zwar nicht alles, aber für so einen Schnelldurchgang hätte ein weniger dankbares Publikum eine Band aus der Stadt gebuht.

Michael Grill

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