Die Ärzte - schneller als Robben

Bereits 2007 füllten die Ärzte die Olympiahalle. Fünf Jahre später kommt „die beste Band der Welt“ mit neuer Platte und ein paar fiesen Bayern-München-Sticheleien zurück.
| Florian Koch
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Bela B. verteilt gerne Drumstick-Stöckchen - auch in der Olympiahalle.
Siggi Müller 10 Bela B. verteilt gerne Drumstick-Stöckchen - auch in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Sigi Müller 10 Gute Laune, Witz und Ironie: Die Ärzte beim Konzert in der Olympiahalle.
Vor dem Konzert warten die Fans auf Einlass.
Sigi Müller 10 Vor dem Konzert warten die Fans auf Einlass.

Bereits 2007 füllten die Ärzte die Olympiahalle. Fünf Jahre später kommt „die beste Band der Welt“ mit neuer Platte, dem gleichen Elan und ein paar fiesen Bayern-München-Sticheleien zurück.

So richtig begeistert wirkt Farin Urlaub nicht, als er einen frisch gefangenen BH hochhält. Ihm ist er einfach zu „ungetragen“. Dann das Haifisch-Grinsen: „Wir mögen sie frisch von den Brüsten gepflückt.“ Und mit schelmischem Seitenblick zu Bela B.: „Am liebsten machen wir das selbst.“ Natürlich ahnen die beiden bösen Buben, dass die Presse sich auf ihren „pubertären“ Scherz stürzen wird. Kalkül darf man ihnen dabei aber nicht unterstellen, dafür ist die „beste Band der Welt“ einfach zu selbstironisch und geistreich.

Ihr Auftritt in der ausverkauften Olympiahalle lässt sich am besten mit einem spaßigen Comic-Blockbuster wie „The Avengers“ vergleichen. Es gibt charismatische, aber auch sehr verschiedene Heldenfiguren (Farin Urlaub, Bela B.), einen etwas im Hintergrund stehenden Sidekick (Rod), starke musikalische Actionhöhepunkte (ein Freestyle-„Zu Spät“ in der Zugabe), amüsant-prollige Zwischenmomente („Ich hatte 64 Orgasmen!“ – „Hatte sie auch einen?“) und eine Spielzeit mit Überlänge (drei Stunden).

Farin Urlaub verkleidet sich als Obelix, Bela B. schlüpft ins Dirndl

So ein massentauglicher Ärzte-Film funktioniert aber nicht ohne willige Patienten. Und die lassen sich an diesem Abend besonders gern von Farin Urlaub behandeln. Der Blondschopf war nämlich „Laola-geil“. Seine Wünsche („böse Welle von hinten“) werden dann auch mit chirurgischer Präzision umgesetzt. Nur einmal ist das ausgelassen Pogo-tanzende Publikum pikiert: Als Rod das böse „Chelsea“-Wort in den Mund nimmt, da hagelt es Buhs – sehr zur Freude von Farin Urlaub und Bela B., die einen „Sündenbock“ für diese Frechheit gefunden haben. Klar, dass es sich die Ärzte nicht nehmen lassen, weiter in den Fußball-Wunden („Ihr wart ja schneller als Robben“) zu bohren.

Dafür nehmen sich die beiden aber auch mal optisch auf die Schippe, wenn sich der schlanke Urlaub als Obelix verkleidet, und Bela. B ins Dirndl schlüpft. Zwischen all den Animierspielchen, „eheähnlichen“ Wortgefechten und sympathischen Videoanimationen mit Walkman-Kassetten und busselnden Pärchen wurde auch Musik gespielt. Und das richtig gut. Bela B. glänzt wie gewohnt als Stehtrommler, Rod beglückt am Bass, und Urlaubs Stimme klingt erholt. Da bleibt nur noch typisch „berlinerisch“ zu sagen: „Das war a Mordsgaudi!“.

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