Der Schlagerkaiser hält Hof am Dresdner Elbufer

Roland Kaiser beginnt in Dresden seine zweite Comebacktour, die ihn auch nach München in den Cirkus Krone führen wird.
| Florian Koch
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Schlagersänger Roland Kaiser während seines Konzertes am Elbufer.
dpa 2 Schlagersänger Roland Kaiser während seines Konzertes am Elbufer.
Unter dem Motto "Kaisermania" sang der 60-jährige Roland Kaiser vor insgesamt 24 000 Fans seine großen Hits.
2 Unter dem Motto "Kaisermania" sang der 60-jährige Roland Kaiser vor insgesamt 24 000 Fans seine großen Hits.

Roland Kaiser beginnt seine zweite Comebacktour, die ihn nach München führt

Am Himmel türmen sich bedrohliche Wolkenformationen, und die örtliche Presse wittert schon eine Majestätsbeleidigung. Nur die eisernen Dresdner Fans sind sich sicher: Ihr Kaiser thront auch in diesem Jahr über den Wettergöttern. Tatsächlich. Kaum beginnt Schlagerstar Roland Kaiser am späten Freitagnachmittag mit dem Soundcheck, strahlt die Sonne über den Elbufern. Die Kaisermania wird dem Klischee vom Kaiserwetter wieder gerecht – wie bereits 2003, als der Kaiserwahnsinn erstmals von der Elbflorenz Besitz ergriff.

Dabei sah es im Januar 2010 noch ganz anders aus. Da verabschiedete sich Kaiser nach 60 Minuten mit einem leisen „Ich habe keine Kraft mehr" von der Bühne. Die chronische Lungenerkrankung (COPD) ließ den heute 60-Jährigen nicht nur bei seinem Auftritt in Dortmund ständig nach Luft schnappen. Wer genau hinsah, konnte sogar erkennen, wie Kaisers Gesicht dank Sauerstoffmangel blau anlief. „An diese Phase will ich gar nicht mehr denken”, sagt Simone Christel-Quednau, Leiterin des Fanbüros Roland Kaiser. Überschwemmt wurde sie damals von Mails, in denen man sich besorgt nach seinem Gesundheitszustand erkundigte. Auch ihr Telefon stand nicht mehr still, Tränen flossen.

Das Kaiser-Comeback kam dann schneller als erwartet, im Herbst 2010 war er wieder im TV zu sehen, und auch die „Kaisermania” in Dresden konnte 2011 fortgesetzt werden – eine erfolgreiche Lungentransplantation machte es möglich.

Wie von einer schweren Last befreit, wirkt Kaiser. Kraftvoll singt der Dressman mit dem Einstecktuch über zwei Stunden lang von der Liebe, knipst lässig sein Haifisch-Grinsen an, und versucht sich sogar als Tänzer. Auch einen Steg ließ er sich bauen, um vor dem Hintergrund des stimmungsvoll ausgeleuchteten Dresdner Altstadtrings noch näher bei den Fans zu sein. Und die kamen wieder zahlreich. In 48 Stunden waren alle 12000 Tickets vergriffen, und auch der Samstag war restlos ausverkauft. Kaiser liebt Dresden, und Dresden liebt seinen Kaiser, auch wenn er selbst, der an diesem Abend auch erstmals seine sentimentale Elbflorenz-Hymne „Affären” vorstellt, aus West-Berlin stammt und in Münster lebt.

Die Treuen reisen zur jährlichen Kaiser-Krönung aus ganz Deutschland an, etliche Cliquen feiern Junggesellenabschied. Der Kaiser-Kult kennt keine Altersgrenzen, ungewöhnlich viele Kids tummeln sich in der Menge. „Manchmal denke ich mir schon, dass ich der Älteste auf dem Platz bin”, kommentiert Kaiser lächelnd, wohlwissend, dass die jungen Konzertgänger sein „Vertrag mit der Zukunft” sind. Nur seine eigenen Kinder, 13 und 16 Jahre alt, fehlen. Warum? Da seufzt Kaiser ein wenig. „Sie haben nicht soviel Interesse, mich auf Konzerte zu begleiten. Meine Tochter geht lieber zu Justin Bieber als zu Papa – der ist halt cooler als ich.”

Circus Krone, 15.4. 2013, Tickets bereits im Vorverkauf

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