Das Orchester als Zeitmaschine

Fast das gleiche Konzert wie 1811: Die Staatsoper feiert 200 Jahre Musikalische Akademie des Staatsorchesters
| Robert Braunmüller
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Das Bayerische Staatsorchester im Königssaal des Nationaltheaters.
Wilfried Hösl Das Bayerische Staatsorchester im Königssaal des Nationaltheaters.

Fast das gleiche Konzert wie 1811: Die Staatsoper feiert 200 Jahre Musikalische Akademie

Vor 200 Jahren schlossen sich elf Musiker des Königlichen Hoforchesters zusammen. Sie gründeten die Musikalische Akademie und gaben am 9. Dezember 1811 im Redoutensaal an der Prannerstraße ihr erstes Konzert.

Das Bayerische Staatsorchester ist der Nachfolger des ehemaligen Hoforchesters. Auch der Verein besteht bis heute. Deshalb heißen die Symphoniekonzerte des Orchesters der Bayerischen Staatsoper traditionell Akademiekonzerte.

Zum Jahrestag dirigiert Kent Nagano heute Abend im Nationaltheater das gleiche Programm wie vor 200 Jahren. Es gibt Beethovens Symphonie Nr. 2, gefolgt von einer bunten Mischung aus Opernarien, Ouvertüren sowie zwei Solokonzerten der Hofkapellmeister Christian Cannabich und Peter von Winter.

Die Vorsitzende des Vereins, der in Zusammenarbeit mit dem Generalmusikdirektor und der Staatsoper bis heute die Konzerte organisiert, ist seit kurzem Ruth-Elena Schindel. Sie spielt Bratsche im Staatsorchester und ist wie ihre Kollegen stolz auf die lange, aus der Eigeninitiative ihrer Vorgänger gewachsene Tradition der Akademie.

Schindel liebt die Oper, fin-det es aber aufregend, sechs Mal im Jahr für jeweils zwei Konzertabende auf der Bühne zu sitzen. „Das symphonische Repertoire ist wichtig für unsere Spielkultur”, sagt die Musikerin. Sie mag vor allem Brahms und die romantischen Symphonien, aber auch Russisches von Prokofjew oder Schostakowitsch. „Wenn ich nur ein Stück nennen soll, das ich liebe, fallen mir gleich viele andere schöne Sachen ein wie beispielsweise die Klavierkonzerte Beethovens.”

Gerade hier, im kammermusikalischen Zusammenspiel mit Solisten, sieht Schindel eine besondere Stärke ihres Orchesters. „Die besondere Art und Weise, wie Musiker in der Oper aufeinander hören, bereichert unsere Konzerte. Außerdem glaube ich, dass sich unsere Spielfreude stärker auf das Publikum überträgt, wenn wir auf der Bühne sitzen.”

Der Jubliäumsabend blickt jedoch auch nach vorn. Der Komponist Jörg Widmann, der an einer Opernuraufführung für das Nationaltheater arbeitet, hat einen „bayerisch-babylonischen Marsch” beigesteuert. Schindel ist sich sicher, dass das Staatsorchester 2111 auch das 300-jährige Jubliäum der Musikalischen Akademie begehen wird: „Beethoven und das heute klassische Repertoire wird dann sicher auch noch gespielt, bereichert durch Komponisten der Gegenwart in 100 Jahren.”

Nationaltheater, Freitag, 19 Uhr, Restkarten an der Abendkasse

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