Was Kirill Petrenko und Nikolaus Bachler für 2014/15 planen

Belcanto mit und ohne Zwölftonreihe: Die Premieren der kommenden Spielzeit im Nationaltheater
| Robert Braunmüller
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Bester Laune: Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko bei der Vorstellung des Spielplans der nächsten Saison.
dpa Bester Laune: Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko bei der Vorstellung des Spielplans der nächsten Saison.

Der neue Generalmusikdirektor ist stets für eine Überraschung gut. „Seit Langem möchte ich mich intensiver mit dem Belcanto-Repertoire beschäftigen“, erklärte Kirill Petrenko bei der Vorstellung der Premieren der kommenden Spielzeit. Deshalb nimmt er sich eine Partitur vor, die „Ring“-Kapellmeister gewöhnlich im Schrank verstauben lassen: Donizettis „Lucia di Lammermoor“.

Eine Dirigentenoper wird trotzdem nicht draus werden, denn Diana Damrau singt die Titelrolle. Ihr Partner in der Premiere am 26. Januar ist Pavol Breslik, Barbara Wysocka inszeniert. Koloraturen gibt es auch in der zweiten Petrenko-Premiere am 25. Mai. Sie könnte verschiedener nicht sein: Alban Bergs „Lulu“ in der dreiaktigen Fassung. Die Femme fatale wird von Marlis Petersen verkörpert, Dmitri Tcherniakov führt Regie. Der Generalmusikdirektor leitet außerdem drei Konzerte, Aufführungen der „Soldaten“ und der „Frau ohne Schatten“ sowie einen „Ring“-Zyklus.

Mozarts „La clemenza di Tito“ tritt er an seine Assistentin Oksana Lyniv ab. Als Russe musste er eine Frage zur politischen Lage beantworten. Petrenko, dessen Vater aus Lemberg stammt, hofft auf eine politische Lösung durch Verhandlungen, bei der die ukrainische Souveränität nicht angetastet wird.

Die Netrebko als Manon in Puccinis Oper

Unsere liebste Russin bleibt dank eines österreichischen Passes von jedem Boykott unbetroffen: Am 15. November singt Anna Netrebko in der Premiere von Puccinis „Manon Lescaut“. Für diese Rolle erhielt sie an der Oper Rom begeisterte Kritiken. Ihr Partner ist Jonas Kaufmann, Hans Neuenfels inszeniert. Für alle, die keine Karten bekommen, ein Trost: Am 31. Juli 2015 wird eine Aufführung als „Oper für alle“ auf den Max-Joseph-Platz übertragen.

Davor gibt es als erste Premiere am 19. Oktober Leos Janáceks „Die Sache Makropulos“ mit Nadja Michael in der Hauptrolle. Um die psychologischen Feinheiten kümmert sich Árpád Schilling Dirigent ist Tomás Hanus.

Ein Gerhaher-Festival

Die Festspiele 2015 werden am 28. Juni im Prinzregententheater eröffnet: Constantinos Carydis leitet Debussys „Pelleas et Mélisande“, Regie führt Christiane Pohle. Acht Tage später gibt es im Nationaltheater eine neue „Arabella“ von Richard Strauss mit Anja Harteros, die Philippe Jordan dirigieren wird. Filmregisseur Andreas Dresen inszeniert, die Ausstattung übernimmt mit Mathias Fischer-Dieskau der Sohn eines großen Mandryka.

Apropos Fischer-Dieskau: Im April singt Christian Gerhaher Schuberts „Winterreise“ und die „Schöne Müllerin“. Er interpretiert unter Petrenko auch Hartmanns „Gesangsszene“, mit der das Staatsorchester in Wien gastiert. Vom Bayreuther „Ring“ und einer „Rosenkavalier“-Serie in Wien abgesehen, dirigiert Petrenko nur in München – eine bemerkenswerte Haltung.

 

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