"Unwürdiges Ränkespiel": Barbara Mundel verzichtet auf eine Verlängerung ihres Vertrags an den Kammerspielen

Die Intendantin will nun doch nicht weitermachen. Dabei steht das gar nicht zur Debatte, denn die Stadt hat bereits die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger eingeleitet
Robert Braunmüller
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Babara Mundel (rechts) und ihre Stellvertreterin, die leitende Dramaturgin Viola Hasselberg, im Zuschauerraum der Kammerspiele.
Babara Mundel (rechts) und ihre Stellvertreterin, die leitende Dramaturgin Viola Hasselberg, im Zuschauerraum der Kammerspiele. © imago images/Lindenthaler

Am heutigen Donnerstag hat die Intendantin der Münchner Kammerspiele dem Kulturausschuss des Stadtrats und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Theaters mitgeteilt, dass sie nicht für eine weitere Vertragsverlängerung ihrer Intendanz zur Verfügung steht.

Allerdings steht bereits seit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts der Kammerspiele im Februar fest, dass die Stadt eine neue Leitung für das Haus sucht. Auch eine Findungskommission wurde bereits gebildet. Beides ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Stadt an einer weiteren Zusammenarbeit mit Mundel nicht interessiert war.

Zuletzt hatte die Intendantin bei der Spielzeitpressekonferenz kryptisch erklärt, nach Ablauf ihres Vertrags verhandeln zu wollen. Vorige Woche löste eine Anfrage der Linkspartei zu den Kosten des Leitungswechsels eine verspätete Debatte über Mundels Nicht-Verlängerung aus. 

"Mehr Ruhe und Klarheit"

„Zuletzt hat das öffentliche und politische Ränkespiel um die Zukunft der Münchner Kammerspiele einen Zustand erreicht, der für das Theater und seine Mitarbeitenden unwürdig und nicht weiter tragbar ist“, heißt es in Mundels Erklärung. „Als Intendantin habe ich die Verantwortung, die Münchner Kammerspiele künstlerisch erfolgreich zu führen, aber eben auch möglichen Schaden von ihnen abzuwenden. Daher erkläre ich heute, dass ich für eine erneute Verlängerung meiner Amtszeit über das Jahr 2028 hinaus nicht weiter zur Verfügung stehe.“

Mit diesem Schritt verbindet die Intendantin die Hoffnung, „dass nun mehr Ruhe und Klarheit in den Prozess der Intendanz-Findung einkehrt“, heißt es weiter. „Angesichts unseres großen künstlerischen Erfolgs und des Zuspruchs aus der Stadtgesellschaft, habe ich bei unserer Spielzeitpressekonferenz aus Überzeugung mein Interesse an einer Vertragsverlängerung geäußert. Meine Gesprächsbereitschaft wurde nicht aufgegriffen, was ich respektiere.“

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Nun wolle sie ihre ganze Energie in die kommende Jubiläumsspielzeit investieren. Die außerordentliche Unterstützung aus der Belegschaft, der Stadtgesellschaft und auch aus der Politik in den vergangenen Tagen gebe ihr dafür zusätzlichen Rückenwind. „Es tut sehr gut, zu spüren, dass unsere mutige, leidenschaftliche und inklusive Theaterarbeit München so begeistert und in eine außerordentlich erfolgreiche Spielzeit mit vielen Auszeichnungen mündete“, heißt es abschließend.

Mundel legt damit den Grundstein zu der Legende, die schon ihr Vorgänger Matthias Lilienthal kultivierte: von der kleinkarierten Münchner Kommunalpolitik vertrieben worden zu sein.

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