Thomas Pigor über "Drei Männer im Schnee"

Gärtnerplatztheater: Thomas Pigor über die Uraufführung der Revue-Operette „Drei Männer im Schnee“ nach Erich Kästner
| Robert Braunmüller
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Thomas Pigor.
Christian Pogo Zach 7 Thomas Pigor.
Armin Kahl (Dr. Fritz Hagedorn), Erwin Windegger (Eduard Tobler), Alexander Franzen (Johann Kesselhuth) sind die drei Männer im Schnee.
Christian Pogo Zach 7 Armin Kahl (Dr. Fritz Hagedorn), Erwin Windegger (Eduard Tobler), Alexander Franzen (Johann Kesselhuth) sind die drei Männer im Schnee.
Armin Kahl (Dr. Fritz Hagedorn), Erwin Windegger (Eduard Tobler), Alexander Franzen (Johann Kesselhuth) sind die drei Männer im Schnee.
Christian Pogo Zach 7 Armin Kahl (Dr. Fritz Hagedorn), Erwin Windegger (Eduard Tobler), Alexander Franzen (Johann Kesselhuth) sind die drei Männer im Schnee.
"Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
Christian Pogo Zach 7 "Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
"Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
Christian Pogo Zach 7 "Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
"Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
Christian Pogo Zach 7 "Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
"Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.
Christian Pogo Zach 7 "Drei Männer im Schnee" im Gärtnerplatztheater.

Im Auftrag des Gärtnerplatztheaters hat der Chansonnier und Musikkabarettist Thomas Pigor den satirischen Roman „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner aus dem Jahr 1934 in eine Operette verwandelt. Hausherr Josef E. Köpplinger inszeniert die Uraufführung, deren Premiere am Donnerstag stattfindet.

AZ: Herr Pigor, wer sind die drei Männer?
THOMAS PIGOR: Da ist zuerst einmal Direktor Tobler, der auch ein Kindskopf ist. Er möchte Silvester unerkannt in einem Grandhotel verbringen, um die Menschen zu studieren. Tobler hat deshalb beim Preisausschreiben seiner Firma teilgenommen und den zweiten Preis gewonnen: einen zehntägigen Aufenthalt im Grandhotel von Bruckbeuren.

Und wer ist der Hauptgewinner?
Fritz Hagedorn, ein arbeitsloser Tausendsassa. Er ist der zweite Mann im Schnee. Der dritte ist Toblers Kammerdiener, der sich im Hotel als reicher Mann ausgibt. Toblers Haushälterin warnt allerdings den Portier vor, was zu Verwechslungen und einer Freundschaft unter den drei Männern führt.

Warum passiert das alles im Schnee?
Das liegt an Erich Kästner. Er war oft im Winterurlaub in Kitzbühel, das in seinem Roman Bruckbeuren heißt. Kästner war auch öfter in Davos und schrieb Gedichte und Satiren über die Schickeria im Schnee.

Bei einem Grandhotel in den Bergen denkt man unvermeidlich an Thomas Manns „Zauberberg“.
Die „Drei Männer im Schnee“ sind erstens lustiger und zweitens gibt es auch mehr Handlung.

Ihr Stück nennt sich Revue-Operette. Was ist das?
Musiktheater, Operette und Musical sind eng verwandt. Bei einer Operette denkt man im Unterschied zum Musical eher an einen europäischen Musikstil. Revue-Operette heißt, dass Showelemente eine große Rolle spielen. Bei uns gibt es Szenen mit Kinderchor, großes Orchester und eine Stepptanznummer auf Skiern. Es schneit, es gibt Schneemänner und Schneekugeln.

Das erinnert ein wenig an ein „Weißes Rössl“ im Winter. Wie bei diesem Singspiel haben auch hier außer Ihnen noch drei weitere Komponisten mitgearbeitet. Wie muss man sich das vorstellen?
Auch im Milieu gibt es Gemeinsamkeiten, und ein Berliner tritt bei uns auch auf. Beim „Rössl“ hat Ralph Benatzky alles zusammengeführt. Das macht bei uns Konrad Koselleck, der vom Jazz kommt. Ich habe den Text geschrieben und einige Nummern selbst komponiert, andere in Zusammenarbeit mit meinem Bühnenpartner Benedikt Eichhorn und mit Christoph Israel, dem Pianisten von Max Raabe. Konrad Koselleck hat alles für eine große Besetzung mit Streichern und Bläsern orchestriert. Für die alpinen Sachen gibt es auch eine Zither.

Wie kamen Sie auf Kästner?
Das war ein Vorschlag von Josef E. Köpplinger. Die Idee war, eine Revue-Operette mit heutigen Mitteln zu komponieren und wie früher einen Kabaretttexter zu fragen. Dabei habe ich eng mit dem Dramaturgen Michael Alexander Rinz zusammengearbeitet. Er war sehr hilfreich. Ich betone es, weil das nicht für alle Dramaturgen gilt.

Der Roman ist von 1934. Was interessiert Sie an dieser Zeit, von der ich froh bin, dass sie längst vorbei ist?
Für diese Musik gilt das nicht. Es macht mir Spaß, mich in diesem historischen Rahmen bewegen zu können. Mir gefällt diese Musiksprache, und sie reizt mich auch als Texter und Reimer. Leider wurden die besten Operetten aus dieser Zeit bei der Renaissance des Genres in der frühen Nachkriegszeit übergangen, als man nur die braven, zahmen Werke wiederbelebt hat und nicht Operetten wie Paul Abrahams „Ball im Savoy“, die erst jetzt entdeckt werden.

Liegt nicht ein bisschen Staub über Kästners Romanen aus den frühen 30ern?
Wir haben „Drei Männer im Schnee“ für ein heutiges Publikum geschrieben, und da muss man den Stoff dramatisch beschleunigen. Auch die Frauenrollen haben wir etwas modernisiert, etwa die im Roman sehr dumme Haushälterin, der wir eine Liebesgeschichte verpasst und die wir sympathischer gemacht haben.

Haben Sie persönlich eine besondere Beziehung zum Schnee?
Ich komme aus der Rhön, wo immer Schnee liegt. Da habe ich Skifahren gelernt, ich bin jedoch kein passionierter Wintersportler. Aber es war ein wunderbarer Moment, als es bei der ersten Orchesterprobe vor den riesigen Fenstern des neuen Orchesterproberaums im Gärtnerplatztheater geschneit hat.

Premiere am Donnerstag, 31. Januar, 19.30 Uhr. Auch am 2., 3., 9. und 28. Februar sowie im März. im Gärtnerplatztheater. Infos und Karten unter Telefon 2185 1960

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