Polunin kommt wieder

Sergej Polunin wird weiterhin im Nationaltheater tanzen, den Grünen missfällt das
| Robert Braunmüller
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Sergej Polunin und Natalia Osipova in "Der Widerspenstigen Zähmung".
Wilfried Hösl Sergej Polunin und Natalia Osipova in "Der Widerspenstigen Zähmung".

Auf der Homepage des Staatsballetts erklären Nikolaus Bachler für die Staatsoper und Igor Zelensky für das Staatsballett, dass der umstrittene Tänzer Sergej Polunin auch weiterhin im Nationaltheater auftreten wird. „Sowohl die Ballettdirektion, als auch die Theaterleitung haben mit Sergei Polunin eingehende Gespräche geführt“, heißt es in seiner Erklärung. „Demnach war es nicht seine Absicht, mit seinen Äußerungen Menschen anzugreifen oder zu verletzen. Er wollte mit seinen Kommentaren in den sozialen Medien provozieren und dadurch größere Aufmerksamkeit für Themen wie zum Beispiel Gesundheitsgefährdungen durch Übergewicht erzeugen.“

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Polunin hat kürzlich in sozialen Netzwerken gefordert, übergewichtige Menschen „zu ohrfeigen“, weil er deren „Faulheit“ nicht akzeptieren könne. Die Pariser Oper erklärte daraufhin, derlei Äußerungen seien nicht mit den Werten des Hauses vereinbar und beendete das Engagement. Dabei spielten auch Äußerungen über „unmännliche Tänzer“ eine Rolle.

Russische Hakenkreuzvariante

In der Erklärung des Staatsballetts heißt es, Polunin habe versichert, homophobe oder rassistische Tendenzen lägen ihm fern. Für Bachler und Zelensky sei die „Diskussion über die aufgekommenen Fragen nicht abgeschlossen“. Das Haus werde sich weiterhin mit der Problematik auseinandersetzen. „Themen wie die Frage nach der Grenze zwischen privater und öffentlicher Meinung, nach den Kriterien zur Beurteilung der Meinung Dritter und nach der Verantwortung einer Institution werden uns auch weiterhin beschäftigen.“

Die Münchner Grünen sind damit nicht zufrieden. Sie fordern eine klare Distanzierung des Staatsballetts und ein Ende des Engagements. „Die kritisierten menschenverachtenden, unter anderem homophoben Äußerungen sind bei dem Tänzer, der die Öffentlichkeit immer wieder selber sucht, kein Einzelfall, sondern offenbar Teil eines kruden faschistoiden Weltbilds: auf seinem Körper finden sich Tätowierungen von Putin und ein sogenanntes Kolovrat, eine besonders bei russischen Neonazis beliebte Hakenkreuzvariante.“

Polunin trat am Wochenende in "Raymonda" auf. Am 25. März tritt er in „Spartacus“ auf, und zwar nicht als Crassus – wie in der Premiere – sondern in der Titelpartie dieses 1968 in Moskau kreierten heroischen Sowjetballetts von Juri Grigorowitsch.

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