Musik in Schachteln

Das Orchesters des Gärtnerplatztheaters ehrt Richard Strauss mit Klangboxen in der Münchner Innenstadt
| Robert Braunmüller
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Eine der Klangboxen.
RBR 2 Eine der Klangboxen.
Christian Strauss, ein Enkel des Komponisten.
Christian Zach 2 Christian Strauss, ein Enkel des Komponisten.

Dass stündlich von 10 bis 19 Uhr nun Damen und Herren des Gärtnerplatz-Orchesters in der Innenstadt aus einer Schachtel springen und ein kurzes Stück von Richard Strauss spielen – das wäre zu schön, um wahr zu sein. Vielleicht klappt es beim 200. Geburtstag im Jahr 2064. Zum hundertfünfzigsten müssen es noch Klangboxen tun, die auf 15 Plätzen der Innenstadt verteilt wurden und wie Zeitungskästen aussehen.

Vorgestellt wurde diese Installation am Richard-Strauss-Brunnen in der Kaufinger Straße, gegenüber dem (nicht erhaltenen) Geburtshaus des Komponisten. Weitere Boxen stehen unter anderem am Marienhof, an der Ecke Kaufingerstraße und Weinstraße, am Karlstor, im Kaiserhof der Residenz, gegenüber der Staatsoper und natürlich am Gärtnerplatz.

Intendant Josef E. Köpplinger, der in der nächsten Saison das Ballett „Schlagobers“ seines Lieblingskomponisten als späte Münchner Erstaufführung herausbringen wird, rivalisierte mit Ministerialdirigent Toni Schmid und dem Kulturreferenten Hans-Georg Küppers, wer zuerst auf den symbolischen roten Knopf drücken durfte. „Ich bin ein Einzelkind, deswegen denke ich immer, alles ist nur für mich“, sagte er, ehe alle drei für ein Foto je zwei Finger auf einen Buzzer legten. Christian Strauss, dem 82-jährigen Enkel und Beinahe-Doppelgänger des Komponisten, hätte eigentlich das Ehrenrecht zugestanden. Aber er sah lieber sitzend aus einem Stuhl der Stadtmöblierung zu.

Aufgenommen wurden die Zitate vom Orchester des Gärtnerplatztheaters unter seinem Chefdirigenten Marco Comin. Zu hören ist Musik aus dem „Rosenkavalier“, der Anfang der Tondichtung „Also sprach Zarathustra“ sowie Zitate aus „Don Juan“, „Ariadne auf Naxos“, „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ und der „Alpensymphonie“. Also: Wenn in den nächsten zwei Wochen in der Innenstadt plötzlich von fern Orchestermusik ertönt: Sie ist von Richard Strauss, der wie alle Komponisten mit seiner Geburtsstadt nie wirklich warm wurde, seine Opern lieber in Dresden uraufführen ließ und in den schönen Vorort Garmisch zog.

Die Standorte aller Boxen unter www.staatstheater-am-gaertnerplatz.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren