Münchner Kammerspiele sind "Theater des Jahres

Erneuter Triumph für Matthias Lilienthal und die Münchner Kammerspiele. Das Haus wurde zum "Theater des Jahres" gewählt.
| dpa
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Matthias Lilienthal verabschiedet sich nach einer bewegten Zeit als Intendant der Münchner Kammerspiele.
Matthias Lilienthal verabschiedet sich nach einer bewegten Zeit als Intendant der Münchner Kammerspiele. © Peter Kneffel/dpa/dpa

München - Die Münchner Kammerspiele sind erneut zum "Theater des Jahres" gewählt worden. In einer Umfrage unter 44 Kritikerinnen und Kritikern schnitt das Haus am besten ab, wie das Magazin "Theater heute" am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Damit wurden die Kammerspiele zum zweiten Mal hintereinander ausgewählt – jeweils unter der Leitung von Matthias Lilienthal. Der 60-Jährige hatte seine Intendanz an den Kammerspielen vor Kurzem beendet und war zurück nach Berlin gegangen. Dort strickt er vor der örtlichen Presse auch in zahlreichen Interviews gewaltig an der Legende, dass die CSU ihn aus der Stadt vertrieben habe. Wahr ist, dass er die Verlängerung seines Vertrages um nur drei jahre (üblich sind fünf) abgelehnt hatte.

Die erneute Ehrung für die durch Corona abgewürgte Saison ist für Lilienthals Nachfolgerin Barbara Mundel nur bedingt eine Starthilfe. Aber immerhin will sie einige Erfolgsstücke wie „Die Räuberinnen“ als Wiederaufnahme in ihre erste Spielzeit übernehmen.
 

Sandra Hüller ist Schauspielerin des Jahres

Die Kritiker kürten Sandra Hüller ("Toni Erdmann") zur Schauspielerin des Jahres - sie hatte die Auszeichnung auch 2019 bekommen. Insgesamt wurde sie bereits vier Mal ausgewählt. Diesmal lobten Kritiker ihre Darstellung von "Hamlet" am Schauspielhaus Bochum.

Schauspieler des Jahres ist laut Umfrage Fabian Hinrichs, auch bekannt aus dem fränkischen "Tatort". Zusammen mit René Pollesch erarbeitete er ein Stück für den Berliner Friedrichstadt-Palast: In "Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt" dachte er im Goldanzug über Einsamkeit und Kapitalismus nach.

Stück des Jahres ist "Die Verlorenen"

Die Inszenierung des Jahres stammt nach Meinung der Kritiker von Choreographin Florentina Holzinger - ihr Stück "Tanz" war auch zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen. Zum Stück des Jahres wurde Ewald Palmetshofers "Die Verlorenen" gewählt. Mit dieser Uraufführung im Residenztheater eröffnete Andreas Beck seine erste Spielzeit am Bayerischen Staatsschauspiel.

Die Kritiker kürten ihre Höhepunkte der Saison 2019/2020. Wegen der Corona-Pandemie hatten Theater vorzeitig schließen müssen, die Spielzeiten wurden verkürzt. Die Pandemie, die geschlossenen Theater und der Umgang der Politik mit der Kultur waren nach Meinung etlicher Kritiker auch die "ärgerlichste Erfahrung des Jahres".

Die ausgesuchten Theaterkritiker können ohne Vorauswahl ihre Favoriten nennen, weshalb sich die Stimmen oft auf viele Inszenierungen und Häuser verteilen können. Sie berücksichtigen Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Kammerspiele mit Lilienthal erfolgreich

Dass erneut die Münchner Kammerspiele gut abschnitten, ist nach Meinung des Fachmagazins ein triumphales Ende der fünfjährigen Intendanz von Lilienthal. 13 Kritikerinnen und Kritiker entschieden sich für das Haus. Der "anfangs noch holprige Versuch, ein Stadttheater mit einem internationalen Produktionshaus zu kreuzen", habe "immer reichere Früchte getragen", schreibt das Magazin.

Das beste Bühnenbild stammt von Julia Oschatz - sie hat es für "Hamlet" am Berliner Maxim Gorki Theater entworfen. Bei den Kostümen schnitt Victoria Behr am besten ab - mit ihrer bunten Kleidung für "Amphitryon" an der Berliner Schaubühne. Als Nachwuchskünstler wurden die Schauspieler Gina Haller und Johannes Nussbaum sowie die Autorin Caren Jeß von den Kritikern gelobt.

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