"Königliche Membranwerke“ am Starnberger See

Ein Ausflug der Biennale mit den „Königlichen Membranwerken“ an den Starnberger See
| Jörn Florian Fuchs
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Die Biennale performt auf und im Starnberger See.
Armin Smailovic Die Biennale performt auf und im Starnberger See.

Es ist beinahe Halbzeit beim Festival für neues Musiktheater und eines kann man festhalten: lieb sind sie dort alle. Manchmal sogar reizend. Die Mitarbeiter der „Königlichen Membranwerke“ reichen sogar Wasser oder einen Energieriegel oder eine Oblate oder sogar einen Weißwein am Stil – in Eisform.

Nun ja, man ist allerdings bei dieser Produktion der Münchener Biennale auch ziemlich lange unterwegs, von Starnberg fährt ein Bus zur Künstlervilla Waldberta, dort beginnt die Präsentation des eigenartigen Kollektivs. Man möchte offenbar unser aller Stimmen aufzeichnen und „privatisieren“, Zweck und Endergebnis bleiben eher im Unklaren, wobei einerseits von umfassender Befreiung die Rede ist, andererseits Protestplakate vor der Organisation warnen. Marie-Sophie Pollack wirbt in teils spektakulären Soprantönen für die Idee, wird dabei von anderen – männlichen – Stimmen kunstvoll unterbrochen – eine Art Live-Soundinstallation vom Feinsten.

Lesen Sie auch unsere Besprechung von

Dann wird gemütlich zum Starnberger See gewandert, wunderbare Blech-Echo-Klänge weisen den Weg. Bis dahin ist die Sache pfiffig und intelligent, doch nun geht es auf ein Schiff, ins verdunkelte Unterdeck, zu ertragen sind arg stickige, verzerrt-verzettelte Töne. Zwar darf man später auf Deck, doch dort gibt es reichlich Belehrungen und Megafon-Gefuchtel, eine lokale Blaskapelle am anderen Ufer rumst auch noch vorbei.

Lesen Sie auch unserer Interview mit Moritz Eggert über neues Musiktheater

Eigentlich soll der ganze See hier zum Klangspeicher werden, doch das Ergebnis bleibt mager und banal. Was wirklich sehr schade ist, denn die Komponisten Miika Hyytiäinen und Nicolaus Kuhn beherrschen ihr Handwerk, haben jedoch zu viele Ideen. Toll das sehr motivierte Ensemble, herausragend Kai Wangler am Akkordeon und der Hornist Samuel Stoll.

Was könnte man aus diesem Aufwand und Material alles machen, wenn man es denn könnte! So bleibt die Sache letztlich leider ein länglicher Ausflug mit netten Menschen in eine schöne Gegend.

Wieder am 7., 11. und 12. Juni um 19 Uhr in der Villa Waldberta, Feldafing. Infos unter www.muenchenerbiennale.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren