Kirill Petrenko und Christian Thielemann drohen wechselseitig mit Absage

Zickenkrieg am Grünen Hügel: In Bayreuth geht es wieder mal drunter und drüber.
| Robert Braunmüller
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Die beiden Halbschwestern Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier leiten gemeinsam die Bayreuther Festspiele, wenn sie sich nicht gerade zoffen.
dpa Die beiden Halbschwestern Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier leiten gemeinsam die Bayreuther Festspiele, wenn sie sich nicht gerade zoffen.

Zickenkrieg am Grünen Hügel: In Bayreuth geht es wieder mal drunter und drüber.

Was wäre Bayreuth ohne seine Dauerkräche und Hausverbote? Laut „Süddeutscher Zeitung“ wollen die Bayreuther Festspiele Eva Wagner-Pasquier vorzeitig vor die Tür setzen. Sie ist seit 2008 gleichberechtigt mit ihrer Halbschwester Katharina Wagner künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin. Sie wird aus diesem Amt im September 2015 ausscheiden, wollte aber die Festspiele weiter beraten.

Wagner-Pasquiers Anwalt Peter Raue sagte, er habe im Januar ein Schreiben erhalten, wonach Wagner-Pasquier in künstlerischen Vertragsangelegenheiten und bei der Besetzung von Rollen kein Mitspracherecht mehr haben solle. Zudem solle die 70-Jährige während der Probenzeit (1. Juni bis 20. Juli) nicht auf dem Grünen Hügel anwesend sein.

Hausverbote und schiefer Haussegen

Grund für dieses „Hügelverbot“ soll angeblich Christian Thielemann sein. Er dirigiert die Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“. Thielemann soll gesagt haben, er wolle den Taktstock nicht heben, solange Eva Wagner-Pasquier auf dem Hügel sei. Thielemann und die Festspiele dementieren diesen Satz allerdings.

Wie auch immer: Dass der Haussegen in Bayreuth schief hängt, bestätigt eine am Freitag von der Bayerischen Staatsoper verbreitete Stellungnahme des Dirigenten Kirill Petrenko. Er leitet in Bayreuth den „Ring des Nibelungen“.

Der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper wirkt verärgert über den kurzfristigen Rauswurf des Siegfried-Sängers Lance Ryan und die drastische Verkürzung der Probenzeit für das vierteilige Musikdrama Wagners.

Die Grenze ist erreicht, wenn nicht überschritten

„Die Ereignisse der letzten Wochen markieren allerdings eine Grenze, die ich nicht kommentarlos stehen lassen kann“, schreibt Petrenko, ohne ins Detail zu gehen: „Wo Wagner drauf steht, muss vor allem Mensch drinnen sein – das ist ja die erste Prämisse, die wir aus seinem Werk lernen.“

Der Generalmusikdirektor der Staatsoper erwartet die Anwesenheit der beiden Festspiel-Chefinnen während der „Ring“-Proben und Aufführungen. Andernfalls droht er kaum verhohlen mit dem Rückzug: „Nur die Verantwortung und der Respekt meinen Kollegen in Bayreuth gegenüber, die ich nicht so knapp vor Beginn der Proben im Stich lassen kann, hält mich davon ab, meine Mitwirkung aufzukündigen.“
 

 

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