Josef E. Köpplinger über Kálmáns "Faschingsfee"

Als München noch feierte: Josef E. Köpplinger inszeniert Emmerich Kálmáns Operette "Die Faschingsfee" in der Alten Kongresshalle
| Robert Braunmüller
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Camille Schnoor (Fürstin Alexandra Maria) und Daniel Prohaska (Viktor Ronai).
Christian POGO Zach 9 Camille Schnoor (Fürstin Alexandra Maria) und Daniel Prohaska (Viktor Ronai).
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Josef E. Köpplinger.
Robert Brembeck 9 Josef E. Köpplinger.
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.
Marie-Laure Briane 9 Szenen aus der "Faschingsfee" in der Inszenierung und Bearbeitung von Josef E. Köpplinger.

Vor 100 Jahren wurde Emmerich Kálmáns „Die Faschingsfee“ in Wien uraufgeführt. Diese Operette hat einen ungewöhnlichen Schauplatz: den Münchner Fasching. Das ist ein hinreichender Grund, dieses vergessene Stück wieder hervorzuholen. Josef E. Köpplinger hat den Text neu bearbeitet. Er inszeniert Kálmáns Operette in der Alten Kongresshalle auf der Theresienhöhe.

AZ: Herr Köpplinger, worum geht es in der „Faschingsfee“?
JOSEF E. KÖPPLINGER: Der Maler Viktor Ronai feiert in einem Amüsierlokal nahe eines Operettentheaters in München. Er fühlt sich magisch angezogen von einer unbekannten Schönen – der Fürstin Alexandra Maria, die inkognito zu ihrer Verlobungsfeier unterwegs ist. Ronai verteidigt sie gegen die plumpen Avancen des Grafen Mereditt. Dann ...

Halt! Die üblichen Verwirrungen einer Operette also.
Im Prinzip, ja. Der dritte Akt unterscheidet sich von den typischen Schemata der Operette in der Silbernen Ära, weil da kein typisches Komikerpaar auftritt. Der jüdisch-polnische Tiermaler Lubitschek hat komische Züge, ist aber eigentlich eine ernste Figur.

Wie wichtig ist der Münchner Fasching in dieser Operette? Beim Lesen hatte ich den Eindruck, die Geschichte könnte auch in Berlin spielen.
Das stimmt. Ich glaube aber, dass München damals einen besonderen Status hatte. Der Fasching war berühmt. In Bayern gab es vor 1933 gewisse Freiheiten, die es anderswo nicht gab. Schwule wurden nicht verfolgt. München hatte in dieser Zeit eine aufregende Kunstszene. In Berlin hat man das exzessiver ausgelebt.

Im Originaltext wird allerdings nur Wienerisch gesprochen, nicht Bairisch.
Das habe ich geändert.

Das Stück wurde 1917 uraufgeführt, mitten im Ersten Weltkrieg. Er wird aber mit keinem Wort erwähnt.
Das war auch unsere Frage: Wie geht man damit 100 Jahre später um? Wir haben uns intensiv mit der Zeit auseinandergesetzt. Es gibt beispielsweise keine Modefotos von 1917. Die Ernährungslage war schlecht. Auf dem Viktualienmarkt wurde Dachs- und Eichhörnchenfleisch verkauft – das kommt auch in meiner Textfassung vor. Aber Theater hatte damals einen besonderen Stellenwert – wie in jeder Krisenzeit.

In der Kongresshalle ist kein Szenenwechsel möglich. Wir bleiben also den ganzen Abend im Theaterlokal.
Überall, selbst in meiner Heimatstadt Bruck an der Leitha, gibt es ein Lokal, in dem sich ab einer bestimmten Uhrzeit alle treffen – vom Taxifahrer über Nutten bis zu Geburtstagsgesellschaften. Das volle Leben also, das mich immer interessiert hat. Ein Ort, an dem Zufälle möglich sind, ein Ort für die Travestie des Logischen, das die Operette ausmacht. Und an der Wand hängt ein Theaterzettel des Gärtnerplatztheaters: Am Tag der Uraufführung der „Faschingsfee“ in Wien wurde dort 52. Vorstellung von Kálmáns „Csárdásfürstin“ gespielt.

Wurde die „Faschingsfee“ schon einmal in München aufgeführt?
Im Dezember 1918. „Heut’ flieg ich aus“ oder „Lieber Himmelvater, sei nicht bös“ waren lange Zeit beliebte Schlager. Die Musik ist wirklich großartig. Sogar unsere Kleindarsteller sagen, dass sie die Melodien nicht aus dem Kopf bekommen. Camille Schnoor und Daniel Prohaska finden, dass die Musik gut zu ihren Stimmen passt.

Kommt Emmerich Kálmáns Tochter Yvonne?
Natürlich. Sie hat mich ermutigt, die „Faschingsfee“ zu bearbeiten. Und sie wollte den Text nicht vorher sehen – sie vertraut mir.

Mögen Sie den Fasching?
Als Jugendlicher schon. In Niederösterreich hat man sich verkleidet am Stadtplatz versammelt, der Fasching war unbeschwert, kein Vorwand, sich bewusstlos zu saufen. In Köln habe ich nur eine Stunde durchgehalten.

Wie läuft die Renovierung des Stammhauses?
Ich war heute in meinem Büro und habe auch schon den Orchesterprobenraum gesehen. Wenn man fünf Jahre auf Weihnachten wartet, bekommt man Angst, ob der Christbaum wirklich noch im Zimmer steht.

Premiere am Donnerstag, 19.30 Uhr, Alte Kongresshalle, Theresienhöhe, nahe U-Bahn Schwanthalerhöhe, ausverkauft. Für die folgenden Vorstellungen bis zum 28. Februar gibt es einzelne Restkarten, Telefon 2185 1960

 

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